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Vom 12.03.2010

Schäme mich

Betr.: Leserbrief „Reiterdenkmal ohne richtige Würdigung“ von Susanne und Helmut Lessing (AZ, 10. März 2010)

Liebe Susanne und Helmut Lessing, ich war eigentlich schon froh, dass das lächerliche Spektakel um das Reiterdenkmal endlich nachgelassen hatte. Leider müssen immer noch weitere „ewig Gestrige“ aus weiter Ferne ihren Senf dazu geben. Während Sie an die denken, denen das Denkmal vor 98 Jahren aufgestellt wurde, schäme ich mich unterdessen für die Verbrechen, die unter deutscher Kolonialherrschaft begangen wurden. Darf ich bitte fragen, an wen genau Sie da dachten? Kennen Sie noch jemanden, der damals dabei war? Denken Sie auch hin und wieder an die Opfer der „Schutztruppe“?

Man hätte von mir aus auch den Reiter weglassen und stattdessen auf die vielen gefallenen Pferde aufmerksam machen können. Ihr falscher Stolz unterstützt nämlich noch die „Argumente“, die man sich eh schon als Deutscher hier und da anhören muss. Zuletzt möchte ich noch an einen Spruch meiner Großmutter erinnern, die zu sagen pflegte: „Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz.“ Sie hatte meistens Recht.

Arno Nuehm, Windhoek
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