Betr.: Leserbrief „Ohne Waffen und Alkohol“ von Gina Braun-Friderici (AZ, 24. August 2010)
Auch ich hatte als Gast aus Deutschland den Basar der DHPS besucht, um die Alltagskultur der Südwester besser kennenzulernen. Ich fand es sonderbar, dass man zwar beim Betreten der Schule durch eine Sicherheitsschleuse musste, dann aber anschließend an einem Schießstand sich an der Waffe üben konnte. Klar – andere Länder, andere Sitten! Aber dann bitte nicht unterstützt mit deutschen Steuergeldern und einem deutschen Abitur! Das – und den deutschen Pass - nimmt man dann doch verständlicherweise gerne aus den sogenannten „regulierten“ Ländern mit, um sich und seinen Kindern Bildungs- und Berufschancen zu wahren.
Wenn man Steuergeld aus Deutschland annimmt, sollte man auch die politische Signalwirkung eines Schießstandes und des Ausschanks harter Alkoholika wie Gin und Whisky nach „drüben“ berücksichtigen. Beides hat auf einem Schulfest nichts zu suchen und ist ein verheerendes Signal. Schießen und Saufen lernen kann man auch anderswo, nicht aber an einer aus Deutschland mitfinanzierten Schule mit deutschem Bildungs- und Erziehungsniveau. Hier hätte ich mir wahrlich mehr politische Sensibilität von der Schulleitung gewünscht. Winnenden kann jedenfalls überall zu jeder Zeit wieder geschehen – auch in Namibia. Und die Erwachsenen müssen auf einem Schulfest keine harten Drinks vor den Augen ihrer Kinder zu sich nehmen.