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Vom 21.01.2009

Reden statt zerreden

Betr.: Leserbrief „Kein Beitrag zur Versöhnung“ von Karl Ferdinand Lossen (AZ, 16. Januar 2009) / Leserbrief-Debatte in der AZ zum Memorial Park in Swakopmund

© Harald Klöpper
Lieber Herr Lossen, ich hoffe, dass ihre Frage ernst gemeint war: „Wo liegen diese ,Tausende´“ von verstorbenen kriegsgefangenen Herero? Hier die Antwort: Sie finden sie im südöstlichen und größten Teil des Friedhofes in Swakopmunds Vorort Kramersdorf. Sollten Sie nicht nach Swakopmund kommen, können Sie bereits mit google earth auf dem Kriegsgefangenen-Friedhof über 2500 Grabhügel erkennen – allein auf dem nicht überbauten Teil (siehe Foto). Genauere Zahlen können Sie im Totenregister des Bezirksamtes Swakopmund recherchieren.

Dass diese Gräber zum Teil von in Ketten gelegten Frauen ausgehoben wurden, wird ersichtlich bei Leutwein, Elf Jahre Gouverneur..., S. 285. Über die Zwangsarbeit, das Leben und Sterben in den Lagern Swakopmunds liegt keinesfalls ein „geheimnisvolles“ Dunkel – und hier ist der eigentliche Skandal des Gedenksteins –, sondern das Lagerleben wird klar beschrieben in den Berichten z.B. von Missionar Vedder.

Dass das Wort „Konzentrationslager“ durchaus im zeitgenössischen Sprachgebrauch üblich war und tatsächlich auch auf Swakopmund angewendet wurde, können Sie neben vielen anderen Stellen im 76. Jahresbericht der Rheinischen Mission (gedruckt 1906) nachlesen.

Zum Schluss: Lassen Sie uns offen über diesen schrecklichen Teil der Vergangenheit reden, statt ihn in Nebensächlichkeiten zu zerreden.

Harald Klöpper, Windhoek
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