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Mitbürger auch ansprechen

Betr.: Küstenstadt Swakopmund sauber halten, AZ, 19. Juli 2012

Sehr geehrter Herr Leuschner,

Erlauben Sie mir, zu Ihrem bedeutsamen Thema meine Gedanken zu äußern. Es wäre wirklich gut, wenn wir damit begännen, unsere Straßen und Hinterhöfe sauber zu halten, wie einige Beispiele in Swakopmund in letzter Zeit zeigten. Öffentliche Plätze, Sportstadien, Parkplätze, auch vor Supermärkten sind kein Grund, seinen eigenen Müll nicht bis zur nächsten leeren Mülltonne zu tragen, anstatt Chipstüten, Dosen oder Zigaretten einfach fallen zu lassen, wie eine Möwe. Laut dem Leiter der nationalen Planungskommission zu NDP IV gibt's nicht mehr "Business as usual."

Alle Vierteljahre werden die Entwicklungsziele nun nachgeprüft. Bei 2030 soll Namibia auf dem Leistungsstand und der Lebensqualität Europas liegen. Landwirtschaft, Tourismus und mittelständische Industrie sollen Schwerpunkte der nächsten fünf Jahre bilden. Im Tourismus soll Namibia das Touristenziel Nr. 1 in Afrika sein.

Swakopmund lebt vom Tourismus, d.h. wir müssen auch etwas tun, ihn zu behalten. Manche Leserbriefe deuten an, wie groß die Konkurrenz auf dem Weltmarkt ist. Das Gesundheitsamt der Stadtverwaltung sprach ich bereits an, warum der Straßendreck/Sand solange an den Straßenrändern liegen muss (eine Woche später war der Fahrdamm gesäubert), aber die Glasscherben (Unmengen) der auf dem Fahrdamm wie Fahrradwegen zerdepperten Bierflaschen lässt bei mir die Frage aufkommen, wie ernst meinen wir es mit dem Einhalten von selbstverständlichen Geboten/Ordnungen? Auf dem Parkplatz der neuen Stadtverwaltung wie auf dem Bürgersteig vor "Home Affairs" lag schon zerbrochenes Glas und niemand kümmert sich darum.

Sogar Gesundheitsinspektoren sollen endlich Hygienevorschriften durchsetzen, sagte der Gesundheitsminister, dessen Ministerium bis zu diesem Jahr für die Kontrolle der Vorschriften (die ja bestehen sollten) der radiologischen Sicherheit im Uranminenbereich zuständig war. Wer trägt eigentlich die Verantwortung für die Sauberkeit und Umweltschutz, wenn wir es nicht selbst tun? Wir sind das Volk. Es gibt ein Rekultivierungsgesetz, dass von jedem Benutzer nach Verlassen eine Rehabilitierung des Geländes vorschreibt. Es ist leider nicht zu sagen, die Stadt wird ja bezahlt, dass jemand meinen Dreck wegräumt, denn dafür bezahle ich ja weder Steuern noch habe ich die Stadt aufgebaut. Vor allen Supermärkten und Parkplätzen sollten Abfallcontainer stehen wie bei der neuen Stadtverwaltung. Dort liegt nichts daneben, und sie werden regelmäßig entleert.

Jeder Bürger, der seine Regierung mit ihrer Vision unterstützen will, spricht seine Mitbürger an, Müll nicht in die Umwelt zu werfen. Hört er nicht, wird die Stadtpolizei informiert. In Singapur, eine der saubersten Städte der Welt, geht das sehr gut. Was dann noch an Flaschen und Papier umherliegt, kann für den einen oder anderen Bettler und Arbeitslosen eine Einnahmequelle bedeuten, wenn sie einen gefüllten Müllsack bei der Müllabfuhr für Entgelt abliefern. Das wären ein paar einfache Vorschläge zur Lösung des Problems Müllentsorgung auf städtischen öffentlichen Plätzen, auch verbunden mit richtungsweisender Erziehung. Was jetzt kommt, ist auch eine "Kurzgeschichte über Swakopmund", und weil sie auch so traurig ist, nicht liebenswert, höchstens ein schlechter Witz.

Letzthin verfolgte ich die Debatte zwischen Innenminister J. Ekandjo und A. v/Wietersheim im Parlamentsreport (NBC). Die RDP mokierte den Versuch des Stadtrates Swakopmund, ein freies Grundstück für 30 000 N$ günstig zu erwerben und begründete das vor dem Parlament. Darauf erwiderte der Minister, dass SWAPO schließlich für das Land gefochten hätte, um es zu befreien, und es keinen Besitz gäbe, wie Deutsche meinen, denn Namibier besitzen auch kein Land in Deutschland. Die Partei setze sich für erschwingliche Bodenpreise ein.

(Darauf Herr v/Wietersheim: "Are you serious?") Da fiel mir folgendes ein:
Ich bin nicht für Spekulation, aber heißt das jetzt Marktwirtschaft ablehnen?
Und zweitens: Als die Türen der neuen Stadtverwaltung noch offen waren, hatte ich ein Gespräch wegen einer Grundstücksangelegenheit mit dem "Lawyer" der Stadtverwaltung. Ich sagte ihm so nebenbei, dass dies ein "Palace" sei (die neue Stadtverwaltung), den sich die Stadträte gebaut haben.
(In Berlin würde man fragen: Ham'ses nich 'n bißchen kleiner?)
Er ahnte wohl, dass ich impliziere, wie sie die Steuern von mir Rentner angewendet haben und entgegnete: Das ist alles aus unseren Bodenverkäufen zusammen gekommen. Da ist nicht ein Cent aus Steuern enthalten. Was mir noch zu denken gibt: Wer hat denn für die Wortzunahme, also Nachfrage gesorgt? Die Stadtväter brauchten, wenn das wahr ist, nur abwarten und die Hand unter den Dukatenesel halten. Die Touristen, die Pensionäre und Urlauber, die sich hier niederlassen wollen, sind es doch, die diesem Ort sein Attraktivität geben.

Mit freundlichem Gruß
Bernd Seefeld, Swakopmund

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03-Aug-2012-08:26

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