Betr.: „Schweizer mit verhaltenem Interesse“ (AZ, 9. Februar 2010)
Nun ist vermutlich genau das eingetreten, was ich seit über 20 Jahren befürchtet habe. Ich komme bereits seit 25 Jahren regelmäßig mit Kleingruppen nach Namibia, weil ich die Natur und die Tierwelt liebe. Kreuz und quer sind wir gereist, von Ais-Ais bis zu den Epupafällen oder in den Caprivi. Wir sind immer als Selbstfahrer unterwegs, weil wir unabhängig sein wollen. In all diesen Jahren wurden jährlich wiederkehrend die Preise mindestens um zehn Prozent aufgeschlagen, ohne jedoch die Infrastruktur ebenfalls zu verbessern.
Zum Teil sind die Lodges nur von außen eine Augenweide, im Innern passiert nichts, es wird nichts repariert und es funktioniert auch nichts. Auch gibt es Lodges, bei denen das Preis-Leistungs-Niveau überhaupt nicht stimmt. Ich habe bereits vor drei Jahren in einem Artikel darüber geschrieben, jedoch ohne Resonanz. Wenn Sie den Tourismus auf der Höhe behalten möchten, müssten Sie auch gleichzeitig die Infrastruktur anheben und nicht einfach jedes Jahr die Preise zwischen fünf und zehn Prozent erhöhen.
Die Schweizer lieben Namibia, aber das Land sollte nicht nur für die Reichen erschwinglich sein, sondern auch der Mittelstand sollte nach Namibia reisen können. Also müssten nicht nur Luxus-Lodges gebaut werden, sondern gute Mittelklasse-Lodges. Was im Etoscha-Park passiert ist, ist absoluter Wahnsinn: Die Lodges sind das eine, die Verpflegung das andere – das passt überhaupt nicht. Also sollte man auf dem Boden der Realität bleiben. Auch die vielen Anbieter in Namibia nehmen zu viel Gewinn mit und so werden die Reisen immer teurer; darunter leidet schlussendlich ganz Namibia. Schade! Also: Bleibt auf dem Boden, dann sind auch die Schweizer nicht mehr verhalten.