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Vom  8.02.2012

Missionare verunglimpft

Betr.: Leserbrief „Doppelt großes Bedauern” von Dr. Nikolaus Schneider (AZ, 1. Februar 2012)

Herr Dr. Schneider, Sie wissen sehr wohl, was damals hier in DSWA los war! Ihre Studien haben Sie gelehrt, was Recht und Unrecht ist. Auch das Gebot „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden“ – und doch tun Sie es! Bitte studieren Sie doch die Neuauflage des Buches „Der Wahrheit eine Gasse“ und Sie haben komprimiert alles genauestens vorliegen und können beruhigt auf den Weg der Wahrheit, frei von kommunistischen Ideologien, zurückfinden.

In den 80er Jahren hatten wir in unserem schönen Land eine ähnliche Situation mit unseren Pastoren. Das Ergebnis: Alle Pastoren, der damalige Landesprobst, eingeschlossen, wurden nach Hause geschickt oder gingen in den Süden. Die Besuche von hochrangigen Würdenträgern sind mir noch heute in guter Erinnerung. Wir konnten nach dem Abgang aller Prediger mit pensionierten Pastoren endlich wieder erbauende Gottesdienste, Konfirmandenunterricht und Religionsunterricht an Schulen halten. Der Landesprobst Sundermeier war eine Erlösung, als Missionar und Kenner der Verhältnisse. Die DELK-Reisenden in Sachen östlicher Ideologien aber waren typisch geblieben. Die Bergpredigt wurde oft genug gebraucht, um uns hier in den Dreck zu treten. Jahrelang war es ruhig in unserer Kirche, nun geht es wieder los. Selbst der eigenen Bischof, von Ihnen durch Gehalt gesponsert, singt auch nun mit. Traurig!

Intelligente Personen waren und sind immer die besten Agitatoren des Kommunismus gewesen. Sie sollten sich eines Besseren besinnen und uns Luthers Bibel richtig lehren, ohne Wenn und Aber. Schon 1980 sind meine Frau und ich in Schleswig-Holstein (Preetz) aus der Kirche ausgetreten. Damals sollte die sonntägliche Kollekte an die SWAPO gehen, um für deren Widerstand Waffen beschaffen zu können. Mein Vater saß damals als Farmer auf Eremutua und meine Familie war gerade dabei, nach SWA überzusiedeln.

Die damaligen Missionare haben unter unsäglichen Entbehrungen und Leiden versucht, das Wort Gottes unter die Heiden zu bringen. Die positive Entwicklung hat zeitweilig zu einem aufstrebenden Land geführt. Diese ehrbaren Gottesstreiter werden heute von Ihnen, Herr Schneider, sträflich verunglimpft und entwürdigt.

Sie sollten sich doch erinnern, dass ein englischer Offizier ständig hier im Generalstab auf kaiserlichen Befehl zugegen war. Diesen Bericht sollten Sie genauestens studieren und dann endlich uns hier um Entschuldigung bitten. Da Sie dies aber nicht fertig bringen werden, sollten Sie uns in Wort und Schrift fern bleiben. Zur Versöhnung im Lande und zum Aufbau hier tragen Ihre Auslassungen nicht bei. Sie wundern sich, dass das Vertrauen in die evangelische Kirche schwindet? Warum wohl, bei solchen Repräsentanten!

Eckhard Leinberger (ehemaliger Gemeindekirchenrat und zeitweiliger Sekretär in Windhoek), Usakos

Anm. der Red.: Der Leserbrief wurde gekürzt.
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