Meine Meinung zu der Bildungsmisere: Solange Haareflechten, Afrikafilme und Modezeitungen wichtiger sind als Lernen, wird sich nichts ändern.
Wenn Kinder bis 23 Uhr auf der Straße sein können, teilweise Kinder von acht bis zehn Jahren, wie sollen diese am nächsten Morgen in der Schule lernen können? Viele gehen ohne Essen in die Schule, zuhause heißt es Mehl stampfen und auf die Kleinkinder aufpassen; hier muss der Anfang gemacht werden. Wenn Kneipen in der direkten Nachbarschaft so laute Musik spielen können, wie ist da an Schlaf zu denken? Meine Frau und ich haben durch Bekannte und Freunde 77 Kindern Schulgeld und 90 Prozent der Kosten für die Schuluniformen bezahlt. Einzige Bedingung: Drei Mal im Jahr wollen wir das Zeugnis sehen, so dass wir eine Kopie nach Deutschland zu den Sponsoren schicken können. Ohne ständiges Telefonieren oder SMS schreiben kommt keiner vorbei.
Wir selbst kennen die wenigsten Eltern; die schicken ihre Kinder alleine zu uns, um nach Hilfe für Schulgeld zu fragen. Wo es gut funktioniert, ist wenn ein Lehrer die Anfrage an uns stellt. Dann bekommen wir die Zeugnisse recht flott.
Auch Nachhilfe zuhause kann nicht klappen, da ein Großteil der Eltern selbst keine Schulbildung hatte. Ich habe das Gefühl, dass ein Shebeenbesuch wichtiger ist, als Zeit mit den Kindern zu verbringen. Aber was wird ohne Zukunft unserer Kinder dann aus Namibia?
Norbert, Rundu-Kehemu











