Betr.: „Abschied vom alten Hallenbad“ (AZ, 1. März 2010)
Als damaliger Leiter der Tourismus-Abteilung der Stadt Swakopmund war ich zusammen mit dem verstorbenen damaligen Stadtingenieur Konrad Liliental verantwortlich für das Projekt neues Hallenbad Swakopmund von 1969 bis 1973. Mir und Herrn Liliental sind für Jahre äußerst verletzende Beschuldigungen über das Hallenbad gemacht worden. In der Bürgerversammlung im Haus der Jugend im Jahr 1970 und 1971 sind mir durch Herrn Dahlmann (AZ-Chefredakteur, die Red.) und Herrn Smit sehr persönliche Vorwürfe gemacht worden, auf die ich nun aus meinen Akten antworten könnte.
Im Tintenplast wurden damals Beschlüsse gefasst, die gegen die Vorlagen der Stadt Swakopmund gingen. Ich bin heute einer der wenigen lebenden Augenzeugen, die bezeugen können, dass es damals (1969) einen Vorschlag gab für ein 25-Meter-Hallenbad mit Seewasser Erwärmung als ein Kuranlage-Seebad für den gedachten Kurort Swakopmund (der Ziegler-Bericht war die Grundlage damals). Es ist leider eine Tatsache, dass die Badekultur für Swakopmund nie wie vorausgesagt eingetreten ist; der größte Hemmschuh von Anfang an war, dass die Schulen sich weigerten, mit Schwimmunterricht eine neue Bade- und Schwimmkultur mit aufzubauen. Unsere Vergleiche nach unseren Deutschland-Besuchen zeigten schon damals, dass selbst viel kleinere Dörfer mit Hallenbädern Besucherzahlen hatten, die vielfach größer waren als wir je in Swakopmund gehabt haben. Die damalige Regierung glaubte damals, dass der Tourismus das Hallenbad tragen würde, was nie eingetreten ist.
Aus den vergangenen 40 Jahren könnte ich sehr viele Einzelheiten wiedergeben, was das Hallenbad betrifft und in den Medien zu einseitig und auch falsch berichtet wurde. Ich bin gerne bereit, auf spezielle Fragen zu antworten, aber man sollte nicht vergessen, dass die meisten Betroffenen nicht mehr mit uns sind. Der Höhepunkt des Hallenbades Swakopmund war die Eröffnung durch die damalige Weltmeisterin im Rückenschwimmen, Karen Muir. Ich kann nur sagen, dass ich damals für das kleinere Hallenbad gekämpft, aber sehr schlecht verloren habe.