Betr.: Debatte um die Verschiebung des Reiterdenkmals
Solange für das Reiterstandbild keine bessere Alternative als ein von Ausländern entworfenes und gebautes Museum geplant ist, sollte der Reiter genau da stehen bleiben wo er ist.
Solange für das Reiterstandbild keine bessere Alternative als ein von Ausländern entworfenes und gebautes Museum geplant ist, sollte der Reiter genau da stehen bleiben wo er ist.
Zur Klärung, was wir Namibiadeutschen für den Reiter empfinden, sei daran erinnert, dass vor etwa 15 Jahren eine jahrelange Initiative für eine Spendensammlung für einen Gedenkstein neben dem Reiter mit folgendem Wortlaut lief (und sehr guten Zuspruch erhielt): „Im Geiste nationaler Versöhnung, begründet in der Verfassung der Republik Namibia, gedenken wir als Beteiligte und Erben von über hundert Jahren neuerer Landesgeschichte aller Opfer kriegerischer Auseinandersetzung bis zur staatlichen Selbständigkeit. Als Bürger dieses Landes wissen wir uns verpflichtet, die friedliche Zukunft unserer Heimat Namibia in Gerechtigkeit und Freiheit gemeinsam zu gestalten.
Eine Initiative deutschsprachiger Bürger, 1998.“ Aus nicht näher genannten Gründen haben der Denkmalrat und das zuständige Ministerium diese Aktion abgelehnt und die eingesammelten Gelder wurden von den Initiatoren daraufhin an verschiedene Altenheime gespendet.
Bei der kürzlich stattgefundenen Debatte im Parlament wurde vorgeschlagen, eine Entscheidung über das Schicksal des Reiters an ein Komitee zu vertagen, das die Meinung der Öffentlichkeit einholen soll und damit hoffentlich eine Lösung gefunden werden könnte, welche das friedliche Zusammenleben der Namibier – wozu auch Deutschsprachige gehören – mehr fördert als belastet. Da besonders den deutschen Gästen und Zuwanderern dieses Standbild oft so peinlich ist, sollte man sie daran erinnern, das in aller Menschen Vergangenheiten, Großes und Peinliches vielfach dicht nebeneinander liegt – in der ganzen Welt wie auch in Namibia. Sich daran zu erinnern, verletzt nur solche, die eine Tunnelsicht in die Welt haben und die gesamten Zusammenhänge nicht sehen wollen oder können. Gemeinsam Lösungen für die Probleme von heute zu finden bringt dabei mehr, als unveränderliche Vergangenheit hin und her schieben zu wollen.