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Regen in Namibia

 

Vom 12.03.2010

Exponate sind verschwunden

Betr.: Museumsbesuch macht nachdenklich und traurig

Vor sehr langer Zeit war ich in unserem Museum. Gestern nun ergab sich ein Anlass und wir besuchten das Museum wieder. Ich war auf der einen Seite beeindruckt, wie mit wenigen Mitteln doch etwas geschaffen wurde, was ansehenswert ist, und mit wie viel Liebe und Zuwendung dort Angestellte arbeiten. Man sieht allerdings, dass an allen Ecken und Ecken das Geld fehlt, welches vermutlich für wichtigere Dinge, wie zum Beispiel den Millionen-Neubau eines weiteren Museums, ausgegeben wird. In den Räumen sind u.a. Renovierungen der Fußböden nötig, die Tiere in den Dioramen müssten dringend überholt werden.

Nun die andere Seite: Ein Museum sollte, so meine persönliche Meinung, die Zeitgeschichte eines Landes wiederspiegeln – und zwar mit allen Aspekten, die ein Land geformt haben, ohne Kommentar. Eines sollte ein Museum nicht sein: politisch. Es sollte nicht politisieren, keine politisch geformten Meinungen und Kommentare liefern. Es sollte seine Bürger und alle Besucher anhand von ausgestellten Stücken neutral informieren und ihnen Urteile selber überlassen.

Nun fällt mir im Museum auf, dass die Geschichte Namibias scheinbar im Jahr 1990 beginnt. Und davor? Alle wertvollen, unersetzlichen Ausstellungsstücke, die mit den vielen Jahren davor zu tun hatten, Zeugnis ablegten von der Existenz einer anderen Zeit, die ja den Grundstein für das heutige Namibia legte, sind verschwunden. Nicht etwa nur irgendwo gelagert, um die böse Vergangenheit aus dem Sichtfeld zu entfernen, nein, die unzähligen Stücke sind weg, nirgends aufgehoben. Und es waren sehr wertvolle Stücke darunter, aus der Alten Feste, dem Staatshaus, Schloss Duwiseb. Ich weiß, es wird mir niemand erklären (wollen), wo das alles geblieben ist.

Manfred Gorn, Windhoek
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