Samstagabend an der Kreuzung Sam-Nujoma-Drive/Robert-Mugabe-Avenue: Die Autoschlange der Heimkehrer vom Avis-Damm mit ihren Tieren an Bord bewegt sich bei grüner Ampel Richtung Innenstadt. Wir sind ziemlich vorn. Kommt da doch ein uralter roter offener Jeep, linksgesteuert, mit großem Hund hintendrauf und zerfranster Gestalt vorne drin in höllischem Tempo - was die alte Karre hergibt - haarscharf neben mir vorbei und drängt sich zwischen mich und den Vordermann. Mir bleibt die Spucke weg. Der Hundepassagier auf der Ladefläche des Jeeps, hautnah vor meinen entsetzten Augen, bleibt ungerührt. Der kennt solche Manöver wohl.
Drei Ampeln weiter, beim Susanne-Grau-Seniorenheim, die Ampel ist auf Rot, steht der Sünder dann neben mir, zum Greifen nah, da linksgesteuert. Hab ihm laut die Meinung gesagt, auf Deutsch natürlich (klingt immer noch besser als die drastischen Ausdrücke in den anderen Sprachen): "Junge, Du fährst gefährlich..." Die Antwort kam auf gut Deutsch (hatte ich mir doch gedacht): "Oma, halt die Schnauze!" Ampel auf Grün, er biegt rechts ab und ward nicht mehr gesehen.
In dem Moment hab ich gelacht. Ist aber doch nicht zum Lachen. Wenn der so weitermacht, fährt er sich um Kopf und Kragen und gefährdet mehr als "nur" eine Oma und zwei Dackel. Soll ich zur Warnung seine Autonummer rausrücken? Nicht nötig, den Typen erkennen Sie - hoffentlich rechtzeitig!
Gesa Oldach, Windhoek











