Die heutige Titelseite

 

Newsletter


Regen in Namibia

 

Vom 23.03.2010

DKR schwach und lächerlich

Betr.: Kommentar „Leise treten – auf Deutsch” (AZ, 16. März 2010) / Keine Feier zur Wiedererrichtung des Reiterdenkmals

Sehr richtig, Herr Hofmann: „Es hapert wieder einmal am politischen und kulturellen Selbstverständnis” (der deutschsprachigen Namibier). Der Rückzieher des DKR kann doch wohl als rückgratlose Unterwürfigkeit oder Angst verstanden werden. Dieser DKR, der eine führende, richtungsweisende Rolle spielen sollte, steht als schwach und lächerlich da. Es sei denn, er erklärt in einer deutlichen Stellungnahme die „beiderseitigen”, angeblich allzu vielen Emotionen (AZ 15.3.), die zur Absage des Termins am 28. März führten.

Gleichzeitig könnte solch eine öffentliche Erklärung darüber Aufschluss geben, ob im DKR Ignoranz oder doch nur naive Arroganz vorherrschen. Zitat des Vorsitzenden (laut AZ): „Wenn die Regierung eine Feier abhalten möchte, kann sie uns ja einbeziehen.” Die Regierung wird vom vielen Feiern müde (Wahlsieg, „Sieg“ im Gericht, Unabhängigkeit und „after-parties” bis nach Ostern)! Oder will der DKR dieser Regierung jetzt noch den Schwarzen Peter zuschieben? Ein Affront gegen die Regierung etwa? Denn dass es den Reiter überhaupt noch gibt, dass er nicht gleich nach der Unabhängigkeit „verschwand“, ist doch das deutlichste Zeichen der Versöhnungspolitik seit 1990.

Wer also übernimmt den „zeremoniellen Akt der Wiedereingliederung in das Windhoeker Stadtbild”, wie Herr Hofmann die Gedenkfeier nennt? Die deutsche Botschaft darf nicht, denn das könnte als Verherrlichung des kaiserlichen Imperialismus verstanden werden. Scheut der DKR den Konflikt mit der Botschaft oder warum begibt er sich nun in eben dieses Fahrwasser? Klar ist: Der DKR will nicht. Und Harald Koch, der die Verschiebung beaufsichtigte, wird nun wohl in die Pfanne gehauen? Der Moor (?) hat seine Schuldigkeit getan, er kann (kaum noch) gehen.

Gerade der Reiter könnte in unsere Zeitgeschichte integriert werden (nämlich: Versöhnungspolitik), aber wir können doch nicht darauf warten, dass die Regierung etwas (Feierliches) unternimmt! Der Reiter ist auch nicht bloß Touristenattraktion. Und er stellt eben nicht den kontroversen Generalleutnant von Trotha dar, sondern schlicht „Ongoro no Mundu” (einen Mann und ein Pferd) – zu Ehren der Toten.

Mit dem Rückzieher des DKR hat die Kontroverse kein Ende gefunden. Es wird gewiss noch viele Fragen geben. Das ist gesund für unser kulturelles Selbstverständnis.

Hans Feddersen, Windhoek
Archiv


Wetter

Air Berlin

 

EES GANZ PRIVAT