Betr.: Leserbrief „Wohin das Geld uns treibt” von Sonja Schubert (AZ, 19. Februar 2010)
Hallo Frau Schubert, normalerweise müsste man forsch sagen: Wo leben Sie denn?! Aber das träfe nicht den Kern. Ich verstehe Ihren Frust, nur so einfach ist das Ganze nicht. Ich würde nicht sagen, dass Sie sich einen anderen Beruf suchen sollten, eher ein anderes Safariunternehmen. Der von Ihnen ausgedrückte Wille, die Natur, das Land Fremden näherzubringen, auf sie wirken zu lassen, sollte immer Antriebsfeder in Ihrem Beruf sein, wird aber sicher auch durch den Massentourismus mit der Zeit Schaden davontragen.
Es gibt etliche Safariunternehmen, die in kleinen Gruppen reisen und stärker auf Individualerlebnisse spezialisiert sind. Hier würden Sie sich sicher wohler fühlen. Man muss natürlich auf der anderen Seite auch die Berechtigung der angesprochenen Zustände erwähnen. Dies ist letztlich auch eine Geldfrage. Man muss auch Personen mit kleinerem bzw. normalem Geldbeutel diese Erlebnisse ermöglichen. Nicht dass ich den kleineren Geldbeutel mit „laut und undiszipliniert“ gleichsetzen will, aber dort, wo Menschen in größeren Mengen auftreten, wird es immer ein gemischtes Klientel geben. Man ist eben im Urlaub, man will Bilder haben, um sie sich später ansehen und sich daran erfreuen zu können.
Sie sollten einmal Touristenhochburgen in Europa in der Reisezeit sehen! Die Blitzlichtgewitter werden Sie durch die Nacht verfolgen. Deswegen, bitte nicht hinwerfen, aber vielleicht wie empfohlen andere Gesellschaften prüfen. Es wäre schade, wenn der von Ihnen genannte Grundtenor Ihrer Motivation Niemandem mehr zu Gute käme! Also weiterhin Glück auf bzw. Helm auf und durch!