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Zerstörung

 

Vom  3.07.2008

Belastung für „deutsche Schulen“

Betr.: Presseerklärung der Arbeits- und Fördergesellschaft der Schulvereine in Namibia (AGDS)

Die Arbeitsgemeinschaft verfolgt mit großer Sorge die Bemühungen einer neuen Privatschule in Windhoek, auch muttersprachlich deutsche Schüler für ihre Schule zu werben, und besonders das Bestreben dieser Schule, einen so genannten „deutschen Zweig” für die Klassen 1 - 3 einzuführen.

Seit Jahren ist die Gesamtzahl deutschsprachiger Schüler in Namibia rückläufig und die jährlichen Neuanmeldungen für Klasse 1 sind besonders in Windhoek erheblich zurückgegangen. Dieser Trend wird anhalten, da sich auch in Namibia die „Kleinfamilie“ etabliert hat, etliche deutschsprachige Schulabgänger in anderen Ländern studieren und dort ihren Wohnsitz nehmen sowie generell aus verschiedenen Gründen immer wieder besonders auch jüngere Menschen abwandern. Dieser Emigration steht keine nennenswerte Einwanderung gegenüber. Zudem schicken jetzt schon einige deutschsprachige Eltern ihre Kinder auf Privatschulen, die keinen oder nur einen begrenzten Deutschunterricht anbieten.

Diese Entwicklung belastet und schwächt die drei traditionell „deutschen Schulen” in Windhoek erheblich, da kleinere Klassenstärken höhere Kosten bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen bedeuten. An den zwei staatlichen Schulen müssen Lehrkräfte privat besoldet werden, weil das Ministerium für Erziehung nur für jeweils 35 Schüler eine Planstelle bewilligt. Eltern mit einem geringeren Einkommen werden dadurch zusätzlich erheblich belastet. Vor diesem Hintergrund würde eine weitere Zersplitterung diesen Trend erheblich beschleunigen und damit den Fortbestand dieser Schulen in ihrer heutigen Form gefährden, ohne dass eine echte, kindgerechte, lebensfähige und erschwingliche Alternative geschaffen werden kann und man schließlich „zwischen allen Stühlen” sitzt.

Für viele deutschsprachige Eltern sind Privatschulen zu kostenaufwändig und schon aus diesem Grunde ist der Erhalt von Deutsch auch an staatlichen Schulen eine Voraussetzung, dass Kinder nicht aus finanziellen Gründen benachteiligt oder ausgegrenzt werden und möglicherweise jeglichen Unterricht in ihrer Muttersprache vermissen müssen. Darüber hinaus sieht die AGDS diese staatlichen Schulen als echte Begegnungsschulen, in denen Jugendliche der verschiedenen Sprachgruppen zusammenkommen und sich gemeinsam auf ein späteres Miteinander als Bürger Namibias vorbereiten.

Auch der seit Jahren bestehende Mangel an ausgebildeten deutschsprachigen Lehrkräften in Namibia (der auch durch das große und aufwändige Stipendienprogramm der AGDS nur abgeschwächt werden kann) spricht dringend gegen eine weitere Zersplitterung, die personell nur durch Abwerbungen bei anderen Schulen erreicht werden könnte.

Deutschsprachige Eltern sollten (soweit es ihnen wichtig ist, dass ihre Kinder ihre Muttersprache beherrschen können) darauf achten, dass der Unterricht im Fach Deutsch als Muttersprache an der von ihnen gewählten Schule nachhaltig gesichert ist und bis zum Schulabschluss durchgeführt werden kann.

Dieter Esslinger (Vorsitzender AGDS) und Dieter Springer (2. Vorsitzender AGDS) im Auftrag des AGDS-Vorstandes
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