Betr.: „Denkmal Umfrage“ / Debatte um die Verschiebung des Reiterdenkmals (AZ, 25. Juli 2008)
Sehr geehrte Frau Ellen Namhila, sehr geehrte Frau Dr. Gabi Schneider. Die Unterzeichnenden bitten Sie hiermit höflichst, das Reiterdenkmal an seinem jetzigen Platz stehen zu lassen – aus folgenden Gründen:
1. Es ist ein weltbekanntes, historisches Denkmal, mit dem Wappen des Denkmalschutzes ausgezeichnet. Dieses sollte von jeder Regierung sowie von jeder Person respektiert werden.
2. Wir Deutschen haben über 100 Jahre, zusammen mit der Bevölkerung, das Land aufgebaut, auf dem diese heutige Bevölkerung so ein Leben führen kann. Immer wieder unterstützt Deutschland Namibia. Außerdem sind wir ein demokratisches Land, wir zahlen Steuern und haben deshalb auch ein Mitspracherecht, was damit passiert.
3. Kultur: Die Regierung spricht immer davon, diese zu erhalten. Unsere deutsche Kultur sind in erster Linie die Christuskirche, der Reiter, der Tintenpalast die Alte Feste. Was ist aus der Alten Feste geworden? Man schämt sich, Touristen dorthin zu bringen.
4. Museum: Gegenüber vom Reiter ist ein Museum, warum wird dieses nicht weiter ausgebaut, um Geld zu sparen? Ich war dort mit Touristen – auch eine Schande. Unser Steuergeld soll wiederum in Millionenhöhe verausgabt werden. Es wäre ratsam, das Geld von unseren hiesigen – nicht von ausländischen – Arbeitern und von unseren Bauunternehmern verwenden zu lassen, indem Schulen und Altersheime zum Wohle aller Einwohner gebaut werden.
5. Das geplante Museum sollte dort gebaut werden, wo die meisten wohnen, denn viele von denen haben keine Fahrzeuge. Dieses Museum, sollte es wie geplant gebaut werden, würde das ganze Bild von Windhoek verändern und wäre eine Missachtung der Menschen, die ihr Leben für dieses Land geopfert haben.
6. Wir sollten endlich lernen: „Geschichte ist Geschichte“ – leider wird dies oftmals außer Acht gelassen und Geschichte zum Teil verdreht.
7. Wir sind eine neue Generation und sollten uns nur für die Zukunft rüsten, denn unsere Vorfahren waren zum Teil als Schutztruppe hier und haben begonnen, das Land aufzubauen. Dies beweisen ebenfalls die seit mehr als 100 Jahre hier im Lande tätigen deutschen erfolgreichen Unternehmen.
Leider steht uns keine Webseite zur Verfügung, wir wenden uns daher hiermit heute schriftlich an Sie. Ihrer geschätzten Antwort sehen wir mit Interesse entgegen.
Mit vorzüglicher Hochachtung
E. Prion, Windhoek
P.S. Eine Kopie dieses Schreibens wird an den Präsidenten von Namibia, Hifikepunye Pohamba, sowie an den Ombudsmann, John Walters, geschickt.