Windhoek - Obwohl etwa 10000 Rinder weniger als im vorigen Finanzjahr bei Meatco geschlachtet wurden, konnte das Unternehmen den Produzenten knapp über 18 Prozent mehr als im vorigen Finanzjahr pro Kilogramm zahlen. Im Durchschnitt erhielten die Fleischproduzenten 24,58 Namibia-Dollar pro Kilogramm. "Vor sechs Jahren hätte Meatco mit der extrem niedrigen Anzahl an Schlachttieren nicht überleben können. Wir können den Produzenten mehr für weniger Schlachtrinder zahlen, weil wir uns auf die internationalen Märkte korrekt eingestellt haben und diese beliefern können", sagte der Geschäftsführer, Kobus du Plessis.
Jannie Breytenbach, Senior Fabrikmanager von Meatco sagte, dass die Planung an den Schlachthöfen sich drastisch verändert habe. "In der Vergangenheit haben wir ein Produkt produziert und dieses in unseren Kühlräumen gelagert, bis ein Entschluss gefasst wurde, dieses Produkt für den Export freizugeben. Jetzt wissen wir bereits welche Schnitte wir für welchen Kunden benötigen, wenn das Schlachttier geliefert wird", sagte Breytenbach.
"Wenn wir jährlich 30000 Rinder mehr schlachten könnten, würde dies mindestens zwei Namibia-Dollar pro Kilogramm mehr für die Farmer bedeuten", sagte du Plessis. Es sei das Potenzial vorhanden mehr aus den internationalen Märkten herauszuholen, aber dafür müssten die Lieferungen konstanter sein. Meatco habe alles daran gesetzt, die nötigen Exportmärkte zu finden, zu sichern und sehr viel investiert, um ein qualitativ hochwertiges Produkt liefern zu können. "Was wir jetzt brauchen sind die Schlachtrinder", forderte Meatcos Geschäftsführer. Sämtliche Vorgaben der Länder die beliefert werden, seien vollständig erfüllt worden wie die ISO 9001 und HACCP-Zertifizierung, die EU-Bestimmungen sowie die BRC-Zertifizierung (British Retail Consortium).
Ein riesiges Potenzial sei in den kommunalen Gebieten nördlich der Roten Linie (Veterinärzaun) vorhanden, wo weitere 1,6 Millionen Rinder gehalten werden. Da es sich um Maul- und Klauenseuchen-Gebiete handelt, obwohl in fünf der sieben Regionen seit über 40 Jahren keine Maul- und Klauenseuche mehr ausgebrochen ist, ist die Vermarktung von dort sehr schwierig. Trotz der schwierigen Lage habe Meatco in jüngster Vergangenheit eine der bekanntesten Handelsketten Südafrikas mit Produkten aus den NCA-Gebieten (Northern Communal Areas) beliefern können. Obwohl der Katima-Mulilo-Schlachthof in der Caprivi-Region wegen der Maul- und Klauenseuche augenblicklich geschlossen sei, habe Meatco im vergangenen Finanzjahr mehr Rinder in den nördlichen kommunalen Gebieten schlachten können. Allein beim Oshakati-Schlachthof seien mit 11276 Tieren 3610 mehr als im vorigen Finanzjahr geschlachtet und verarbeitet worden. Ein großes Problem sei jedoch immer noch, dass die Kommunalfarmer nicht kommerziell farmen und vermarkten. Die zum Schlachten gelieferten Tiere sind nicht von hoher Qualität, da sie alt sind und die Fettschicht, Gewicht, Gesundheit und Muskulatur nicht stimmt. Neben der Qualität des Fleisches zählt in den hochwertigen Märkten auch die sozialen, ökologischen und ethischen Faktoren während der Produktion der Schlachttiere eine sehr wichtige Rolle, so Meatco.











