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Eigentumsfrage von Meatco brennt noch

Fleischproduzenten rechnen mit Rekordeinnahmen ab - Warten auf klare Antwort von Regierung

Windhoek - In den nördlichen Kommunalgebieten ist die Schlachtziffer in dem Zeitraum geringfügig von 15243 auf 18014 gestiegen. Diese Ziffern haben die Meatco-Vorsitzende Clara Bohitile und Geschäftsführer Kobus du Plessis zur Jahreshauptversammlung der Produzentenorganisation am Freitag bekannt gegeben. Darüber hinaus konnte Meatco sich mit einer Differenz von rund 100 Mio. N$ aus den Miesen des Jahres 2010/11 erholen, als das Unternehmen einen Verlust von 89,68 Mio. vor Steuerabzug zu verbuchen hatte. Jetzt konnte Meatco einen Gewinn von 10,46 Mio. N$ einfahren. Das Brutto-Einkommen der Gruppe hat sich von 1,256 Milliarden N$ auf 1,382 Milliarden N$ erhöht, obwohl weniger Rinder geschlachtet wurden.

Die gute Nachricht wird durch Mangel an Transparenz auf Seiten der Regierung überschattet, die nach wie vor Begehren dokumentiert, sich als politischer Teil-Eigentümer mit 30% Anteil in das erfolgreiche Produzentenunternehmen einzuschalten, wie aus einem Kabinettsbeschluss hervorgeht, der an die Öffentlichkeit gelangt ist, aber noch nicht amtlich bestätigt wurde. Dieser Punkt hat die Mitgliederversammlung am Freitagmorgen in geschlossener Versammlung weit über die angesetzte Sitzungszeit hinaus beschäftigt. Laut der Vorsitzenden Bohitile hat der Meatco-Vorstand Landwirtschaftsminister Mutorwa um eine Audienz gebeten, aber er will sich solange nicht auf das Thema einlassen, wie keine schriftliche Mitteilung zu dem Beschluss von vor drei Wochen vorliegt.

Bohitile meldet im Jahresbericht, dass das Thema, wem Meatco gehört und gehören sollte, im vergangenen Jahr obenan gestanden habe. Das Landwirtschaftsministerium hatte Ende November 2011 vom Meatco Sonderausschuss einen deutlichen und per Konsens abgestimmten Entwurf für die Meatco-Eigentumsstruktur erhalten, wonach das Schlacht- und Vermarktungsunternehmen zu 100% in den Händen der Fleischproduzenten bleiben soll, die Meatco aus den kommunalen und kommerziellen Gebieten mit Schlachtrindern beliefern.

Die Jahreshauptversammlung hat erneut den Grundsatz der Inklusivität der Produzenten betont, wonach ein jeder Viehzüchter, ob wohlhabend oder in den Anfängen begriffen, schon Mitglied sein kann, wenn er innerhalb zweier Jahre ein Schlachtrind anbietet. Meatco hat zunehmend Schwierigkeiten genug Schlachtrinder zu erhalten, um seine zwei Anlagen auszulasten und den lukrativen europäischen Markt mit dem begehrten "Rindfleisch von der offenen Weide" (free ranging cattle) zu bedienen. Während das Unternehmen in den neuziger Jahren zwischen 160000 und 170000 Rinder im Jahr schlachtete, ist diese Zahl im kontinuierlichen Abwärtstrend jetzt bis auf knapp über 100000 pro Jahr abgesackt. Durch gezielte Vermarktung von Qualitätsfleisch, auch direkt am Verbraucher, sowie durch Wertschöpfung konnte das Unternehmen seine Einnahmen dennoch steigern. Derweil aus den nördlichen Kommunalgebieten noch sehr viel mehr Rinder vermarktet werden können, ist die Großviehhaltung südlich der Roten Linie aufgrund mehrerer Faktoren beträchtlich zurückgegangen, darunter gewaltige Verbuschung und Diversifizierung der Farmbetriebe in den Foto- und Jagdtourismus. Obwohl Bohitile und Kobus du Plessis die Landreform und die Ansiedlung von Neufarmern nicht als beitragende Ursache erwähnt haben, schlugen sie diese Möglichkeit allerdings beim Pressebriefing nicht ganz aus.

Meatco Bilanz 2011/2012
Gesamtumsatz 2011/12 - 1,382 Mrd. N$
Gesamtumsatz 2010/11 - 1,256 Mrd. N$
Gewinn nach Steuerabzug 2011/12 - 5,7 Mio. N$
Rinder südlich der Roten Linie geschlachtet - 102260
Rinder in nördlich der Roten Linie geschlachtet - 18014
Verteilung der Einnahmen: Produzenten - 57,65%, Lieferanten - 31,14%, Personal - 9,22%
Absatzmärkte nach Anteil: Südafrika - 45,72%, Namibia Binnenmarkt - 22,35%, EU - 15,28%, Gr. Britannien - 11,61%, Norwegen - 5,5%

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25-Jun-2012-08:07

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