
Das Steinhaus-Orchester ist „hörenswert“, hieß es schon in Lüderitzbucht (Bild). Wer sich im kalten Swakopmund aus den „Hauspuschen“ traute, wurde belohnt. Die Musiker bescherten ihren Gästen einen einmalig erheiternden Abend.
Am Anfang stand die Einstimmphase: Nach langer Fahrt von Lüderitzbucht über holprige Wege und vielen Wüsteneindrücken nach Swakopmund mussten die Musiker des Steinhaus-Orchesters aus Besigheim erst wieder zu sich kommen. Angeleitet durch die sanften Handzeichen des Orchesterleiters Roland Haug, der nach einer halbstündigen Stimm- und Klangprobe alle 28 Blech- und Holzblasmusiker zu Hochform auflaufen ließ. Man war also gewappnet für den großen Auftritt.
Samstag am späten Nachmittag war es dann soweit. Die Hoffnungen des Organisators erfüllten sich zum Teil, luden doch unzählige Plakate zum Besuch ein. Trotz drastisch gesenkter Eintrittspreise fanden nicht sehr viele Besucher den Weg in die Hanjo-Böhlke-Aula der Namib-Oberschule.
Die knapp 100 Zuhörer kamen jedenfalls auf ihre Kosten. Der Bogen spannte sich über Choralisches, Volkstümliches bis zum Big-Band-Sound und Solistischem, sogar akustisches Schenkelklopfen war dabei. Man hörte Melodien von Frank Sinatra, Robert Stolz, James Last sowie Medleys unvergessener Schlager.
Durch das abwechslungsreiche Programm führte die Ansagerin Carolin. Leider war Vieles davon nicht leicht verständlich wegen der nicht so guten Akustik des Saales. Um dies zu umgehen, hätte lieber ein Programm vorliegen sollen.
Große Beachtung fand die Regentropfenballade sowie das zu Beginn gesetzte „Air for Wings“. Die große Anzahl Holzblasinstrumente setzte eine besondere Nuance und sorgte mit ihren weichen Tönen für einen wundervollen Ohrenschmaus. Kräftig ging es dann weiter mit der Begrüßungspolka „Grüß Gott“, gefolgt von „Happy Music“ von James Last, „Musik ist Trumpf“ und dem „Chiantiwein“.
Abschließend ertönte sozusagen als Zugabe der Radetzki-Masch – wohl das zweite Mal in diesen Gemäuern vorgetragen, nachdem dieser 1968 vom Schulblasorchester unter Leitung von Paul Bahlsen gespielt worden war.
Viele Zuhörer fanden sich am Folgetag in der Katholischen Kirche ein, um ein zweites Mal den Wohlklängen des Steinhaus-Orchesters zu lauschen.
Stadtmusikdirektor Haug und seinen sympathischen Musikern sei gedankt. Sie haben den Küstenbewohnern das Wochenende trotz kalten Wetters verschönert.
Herbert Schier