Neue Farbfieber-Wandmalerei provoziert mit Dekonstruktion des Reiterdenkmals
Das Reiterdenkmal muss weg - das hat das Kabinett entschieden. Farbfieber-Künstler Klaus Klinger und Natasha Beukes haben der Regierung nun die Arbeit abgenommen. Sie haben das alte Schutztruppendenkmal in seine Einzelteile zerlegt und ein weißes Kaninchen auf den Sockel gestellt, auf dem vorher der stolze Reiter thronte - zumindest in der Wandmalerei, die seit wenigen Tagen die Rückseite der Theatre School in Windhoek ziert.
Arme und Beine von Reiter und Pferd fliegen durch die Luft, der deutsche Schutztruppler und sein Reittier sind geköpft, die Gliedmaßen hübsch säuberlich einzeln abgetrennt. Blut sieht man keines, schließlich sind Reiter und Pferd ja nur aus Bronze. Doch für manchen Namibier mag das, was die Künstler Natasha Beukes und Klaus Klinger mit dem Reiterdenkmal getan haben, fast einem Mord gleichkommen. Seit Beginn der Woche ziert - oder verunstaltet? - das provokative Gemälde die Südseite der "Commercial Bank of Namibia Theatre School" in der Robert Mugabe Avenue.
Die Idee, das umstrittene Reiterdenkmal in einer Wandmalerei zu demontieren, stammt von dem deutschen Künstler Klaus Klinger. "Klaus hat bei seinem Besuch hier in Namibia gesehen, dass es immer noch eine große Kluft zwischen Schwarz und Weiß gibt, dass sich viele Dinge noch nicht geändert haben. Das Reiterdenkmal war für ihn ein Symbol dieses Zustandes", erzählt Natasha Beukes. Die namibische Künstlerin hat gemeinsam mit Klinger das Wandgemälde ausgeführt. Klaus Klinger ist einer der beiden deutschen Künstler, die für das sogenannte Farbfieber-Projekt in Namibia waren und unter anderem zwei Wände der Theatre School in Windhoek bemalt haben.