
Elfi Hellinghausen (87) mit einer ihrer selbst hergestellten Krippenfiguren.
Tsumeb Ihr Schwiegervater Josef Hellinghausen wanderte Anfang der 30 Jahre aus dem Westerwaldort Herdorf im Kreis Altenkirchen ins damalige Südwestafrika aus und arbeitete in der Kupfermine Tsumeb. Ihr Mann, Erich Hellinghausen, war Elektriker in dergleichen Mine. Der Sohn Günter besitzt die Farm „Kupferberg, die Tochter Marita arbeitet weiter für die „Copperasie“. Die Hellinghausens dürfen sich somit zum „Adel“ des nördlichen Namibias zählen.
Elfi Hellinghausen ist in 60 Jahren zu einer Institution in Tsumeb geworden. Sie hat die 107-jährige Geschichte des Ortes in wesentlichen Teilen miterlebt und gestaltet. Haushaltsführung und Kindererziehung füllten sie letztendlich nie ganz aus. Bald entdeckte sie ihr handwerklich-künstlerisches Geschick und begann, Puppen zu entwerfen und zu basteln.
Nach dem Tod ihres Mannes Anfang der 80er Jahre ließ sie etliche Jahre ins Land ziehen, bevor sie mit 80 Jahren ihre Passion fortsetzte. Bald fertigte sie Krippenfiguren an, die jeden Freund künstlerischen Handwerks begeistern würden. Sie fertigt die Körper über einem Innengerüst aus Sackleinen an, das sie aus Kapstadt bezieht. Die Verwandten in Deutschland steuern Brokat, Spitzen und Tuch hinzu, woraus herrliche Kleidungsstücke für die Puppen entstehen. Sämereien, getrocknete Früchte und Gräser aus Namibia werden zu Weihnachtskränzen verarbeitet. Mittlerweile sind neun komplette Krippensätze samt den Weisen aus dem Morgenland, Ochsen und Esel, Kamelen und Schafen und weiteren Tieren entstanden und leuchten dem Betrachter aus Vitrinen entgegen.
In diesem Jahr sollte eine der Krippen in der evangelischen Kirche in Tsumeb ausgestellt werden. Das scheiterte aber ausgerechnet am Kamel, das nicht rechtzeitig fertig wurde. Elfi Hellinghausen blickt bereits in die nächste Weihnachtszeit hinein: „Zum Fest 2012 werde ich alles fertig haben und dann eine der Krippen im Gotteshaus ausstellen“. So wie sich die Seniorin gibt, arbeitet und ihr Leben unter Gottes Hand stellt, darf man von einem Gelingen ausgehen.
Rainer Wirth