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Zerstörung

 

Vom 27.06.2008

Heiteres Familienspektakel

Delta-Oberschule begeistert mit Komödie „Für immer und ewig“

Gegen die Fußball-EM anzuspielen, ist für eine Schultheatergruppe nicht leicht. Die Theater-AG der Delta Oberschule Windhoek hat sich in diesem Konkurrenzkampf jedoch gut behaupten können: Immerhin rund 100 Zuschauer kamen am vergangenen Donnerstag, um die Komödie „Für immer und ewig“ zu sehen – trotz Deutschlands Viertelfinalauftritt! Am Freitag, ohne deutsche Beteiligung auf dem Rasen, waren es dann fast dreimal soviele. Und alle waren begeistert vom herrlich altmodischen Familienschwank um Töchterchen Katrin und ihren Hochzeitsvorbereitungen…

© Dominica Maria Koob
Der „Herrenabend“ des Franz Blechle mit seinen Saufkumpanen zählte zu den Höhepunkten des Theaterstücks.
Die Story der Familienkomödie nach Jürgen Gallus ist schnell erzählt: Katrin, verwöhntes Prinzesschen der Familie Blechle, soll morgen heiraten. Doch das Brautkleid ist zu eng - der Reißverschluss will partout nicht zugehen - und in all dem Hochzeitsstress brechen auch noch alte Familienzwistigkeiten auf… Nachbarn und Freunde sorgen mit ihren wohlgemeinten Ratschlägen zusätzlich dafür, dass statt der Vermählung der Tochter beinahe die Scheidung der Eltern stattfindet. Doch eben nur fast, denn am Ende wendet sich – wie sollte es anders sein – doch noch alles zum Guten.

Bis dahin jedoch wird dem Zuschauer jede Menge Klamauk geboten, gespickt mit einer Reihe heiterer Sprüche, die beim Publikum für beste Unterhaltung sorgten. Tatsächlich zeigten die jungen Theaterbegeisterten aus den Jahrgangsstufen acht bis zwölf eine souveräne schauspielerische Leistung; überzeugend vor allem die hysterische Braut Katrin alias Katrin Erb, sowie Mutter Helga, gespielt von Anneliese Menne. Amüsant auch die Kalauer von Vater Franz Blechle, dargestellt von Jonathan le Roux – dessen „Herrenabend“ mit den Saufkumpels sicherlich zu den Höhepunkten des knapp anderthalbstündigen Stückes zählte. Auch wenn man sich von jugendlichen Schauspielern dieser Altersklasse vielleicht etwas rebellischeren Stoff gewünscht hätte - lustig war das Dargebotene allemal. Das fanden auch die anwesenden Zuschauer, bestehend größtenteils aus Eltern, Geschwistern, Verwandten und Ehemaligen, die sich vor Lachen kaum auf ihren Stühlen halten wollten. Insbesondere bei der älteren Generation kamen die Witzeleien über die gute alte Zeit, als man „noch lange Haare hatte und Motorrad fuhr“, sowie die klischeehaften Weisheiten über betrunkene Skatbrüder und „hysterische Weiber“ blendend an.

Zufrieden über die Leistung ihrer Schützlinge zeigte sich auch Deutschlehrerin Miriam Göbel, die in den jährlichen Theateraufführungen der Delta-Oberschule vor allem die Chance sieht, „der deutschen Sprache in Windhoek mehr Leben einzuhauchen“. So erschienen zur Schüleraufführung am Dienstagvormittag mehrere hundert Nicht-Muttersprachler von Schulen aus dem gesamten Stadtgebiet, denen man auf diese Weise die deutsche Sprache und Kultur „auf ganz spielerische Art und Weise“ näherbringen wollte. Das Sahnehäubchen zum Abschluss der diesjährigen Theatersaison wird jedoch eine Reise nach Grootfontein sein, wo die Windhoeker Oberschüler auf Einladung des dortigen deutschen Schulvereins ihre Familienkomödie im Juli ein letzes Mal auf die Bühne bringen werden.
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