
Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter des National Arts Council: Vizevorsitzende Alma Ulamba, Vorsitzender Vincent Mwemba (vorne v.l.); Ervast Mtota (Ministeriumsbeauftragter), M´kariko Amagulu (Administratorin), Nicky Marais (Mitte v.l.) und Freddy Philander (hinten). Nicht mit auf dem Bild sind Vorstandsmitglieder Retha-Louise Hofmeyer, Ester Moombolah und Angelina Sinvula.
Es war eine lange Geburt. Im November letzten Jahres war die Einsendefrist für Projektvorschläge zur Förderung durch den Nationalen Kunst- und Kulturrat. Jetzt, Ende Juni, hat der Rat endlich seine Entscheidungen getroffen. Für manche kommt die Finanzspritze von der Regierung zu spät. Eine lokale Musikgruppe etwa, die im Mai diesen Jahres auf Europatournee hatte gehen wollen, hätte die Reisekosten durchaus bewilligt bekommen – doch da war die Tournee längst hinfällig.
Dass es so lange gedauert hat, ist jedoch nachvollziehbar. Schließlich mussten die insgesamt sieben Ratsmitglieder zuerst einmal Komitees für die einzelnen Förderkategorien gründen. Außerdem hat der Rat nur eine einzige Angestellte, die den gesamten Prozess koordiniert. Und dann entsprachen die Einsendungen teilweise so ganz und gar nicht den Erwartungen. Mancher hatte geglaubt, mit einer Förderung des Kunst- und Kulturrates eine Schlachterei eröffnen zu können. Oder einen Schweißbetrieb. Ganz besonders viele Projektvorschläge gab es für die Gründung von Nachtclubs, Bars und Shebeens. Vincent Mwemba, der Ratsvorsitzende, lacht, als er davon erzählt. Aber er und seine Ratsmitglieder sind sich eigentlich einig: Besonders witzig ist das nicht – hatte der Rat doch keine Mühen gescheut, in die Regionen zu reisen, um über die Ziele des Arts Council und auch über die Bedingungen für die Antragstellung zu informieren.
Aus über 200 Anträgen waren viele entweder völlig verfehlt oder unvollständig und nicht professionell präsentiert. Ein Großteil davon kam aus den ländlichen Gebieten, wo die finanzielle Not – und manchmal auch der daraus resultierende Erfindungsreichtum – besonders groß sind. Nichtsdestotrotz: 20 Projekte haben das Ja-Wort des Ausschusses erhalten. Insgesamt 760 Tausend Namibia-Dollar vergibt die Regierungsorganisation in diesem Jahr. Und wartet eigentlich nur darauf, im kommenden Jahr mehr Gelder zur Verfügung stellen zu können, wenn entsprechend lohnende Projektvorschläge eingereicht werden. Schließlich verfügt sie über ein Budget von sechs Millionen Namibia-Dollar. So viel Geld hat die namibische Regierung noch nie für Kultur bereitgestellt.