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Vom 19.02.2010

Die Möglichkeit einer Insel

Mit einem karibischen Elektro-Konzert wollen Sapoak und Zon am Samstag das La Dee Das aus den Angeln heben

Zwischen den ganzen Verkabelungen, dem Schlagzeug, den Kopfhörern und Dutzenden Mixern sehen die zwei Jungs von Zon aus, als wären sie gerade mit dem kompletten Equipment eines Ufos im La Dee Das gelandet. Wenn Yann Costa (34) alias Costa und Cyril Faivre alias Fever aus La Reunion ihr wummerndes Karibik-Elektro-Set am Samstag (22 Uhr) im Windhoeker In-Club wie in Trance abfahren wird der Überraschungseffekt sicher auf ihrer Seite sein.

© Caroline Rosales
Alles Allright für die Namibia-Premiere : Costa, Ice, Abuzor und Fever relaxen Anfang der Woche im Hof des Windhoeker Clubs La Dee Das
„Egal wo wir in Afrika auftreten, in Malawi, in Südafrika, in Äthopien, in Tansania stehen die Leute vor uns und gucken uns mit riesigen Augen an“, erzählt Fever. Erst stehen sie, dann schauen sie ihren Nachbarn an, dann fangen ihre Körper langsam an im Takt zu wippen, dann tanzen sie, schütteln ihre Haare, werfen wild Arme und Beine um sich, geraten in Ekstase und tanzen bis die Sonne aufgeht. Treibende Techno-Beats, vermischt mit einer Brise Karibik-Trommel-Takt und einem Lebensgefühl, dass nur Typen haben können, die jeden Tag Sand unter ihren Füßen spüren, am Wochenende Open-Air-Festivals im Dschungel organisieren und bei rosa Sonnenuntergang am Strand spontan Barbecues veranstalten. Costa und Fever sind auf La Réunion aufgewachsen, eine zu Frankreich gehörende Insel im Indischen Ozean, die politisch ein französisches Überseedépartement bildet. Costa kam als Jugendlicher mit seinen Eltern, Fever absolvierte im Surfer-Paradies seinen Zivildienst.
© Caroline Rosales
Die Gruppe Zong bei einem Auftritt während ihrer Europa-Tour.
Beide blieben. Und wurden Freunde. Bevor sie ihr eigenes Soloprojekt Zon starteten, wurden sie Mitglieder der Zon in der weltweiten Drum’n’Bass-Szene berühmt. Mit Sängerin Sandrine Ebrard alias Drean und Rodolphe Legras tourten die zwei Soundtüftler und Profi-Musiker quer durch Europa und Afrika, besuchten Deutschland und bespielten die großen Szene-Festivals im Frankreich. 1999 brachten Zong ihr erstes Album „Chromozong“ heraus, ab 2006 traten sie gemeinsam mit der Dub-Gruppe Angevin Zenzile beim Festival auf La Réunion wie dem „Sakifo“ auf. Ab 2006 ging es dann zusammen auf Tour über die Kontinente. Zong spielte bei Shop-Eröffnungen und in einem düsteren Berliner Nachtclub. Für die Einweihung des Geschäftes „Pardon!“ zelebrierten Zong ihr Set auf einer sieben Meter hohen Empore. 2007 sollte das Album „Fractures“ erscheinen, das sinnbildlich für die Hinwendung zu rockigeren Elementen steht. Es ist auch die Zeit, in der sich Schlagzeuger Fever und Keyboarder Costa mehr ins Studio verschanzen, um ihr eigenes Ding zu drehen. Immer öfter geben sie nach den offiziellen Zong-Konzerten, Zusatzgigs als das Duo Zon. Zusätzlich mischt und produziert Costa das Album von Sängerin Nathalie Natiembé aus La Réunion und das des Künstlers Menwar.
© Caroline Rosales
Ufo-Kulisse: Keyboarder Costa und Schlagzeuger Fever (r.) treten mit ihrem Seitenprojekt Zon auf.
Dass Zong als Band neben Zon weiter existiert, ist für alle Band-Mitglieder sicher. Der Erfolg, die Tourneen, das gemeinsame Bühnen-Erlebnis hat sie für immer miteinander verbunden. In diesem Geiste wollen Costa und Fever auch ihr Set am Samstag im La Dee Das bestreiten. Flankiert werden die Beiden an diesem Abend vom DJ-Duo Sapoak Abuzor (32) und Ice (31) – zwei Kumpels und Musiker aus La Réunion. Wie das Publikum in Windhoek auf den karibischen Import reagieren wird – Costa und Fever zucken mit den Schultern. „Wir lassen uns wie immer überraschen.“ Wie jedes Mal.
Von Caroline Rosales
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