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Vom  2.02.2012

Der sprachlose Pianist

„Schade, dass man nicht weiß, was er spielt“, war ein Kommentar in der Pause. Auch wenn einige Musikkenner zugegen waren, das lernfreudige Publikum hätte gerne genau erfahren, welcher Chopin-Walzer gerade vorgetragen wurde. Warum wurde kein Programm vorbereitet und ausgeteilt? Der hohe Eintrittspreis hätte diese Ausgabe gerechtfertigt.

Gerade auf Tournee durchs südliche Afrika hat der russische Pianist Alexis Golovin, der in Genf lebt, noch mehrere Auftritte vor sich. Seine sagenhaft präzise Fingerfertigkeit entlockten am Freitagabend in Swakopmund dem Bechsteinflügel wundervolle Klangpartien; nach dem fünften Stück hatten sich Klavier und Spieler erst richtig eingespielt. Sowohl die heftigen Ansätze in der linken Hand wie auch die feinen Anschläge zeigten sein meisterhaftes Können.

Chopin und Liszt kamen zur Geltung – er nutze das ganze Register und produzierte schöne Phrasierungen, die das Publikum aufhorchen ließ. Hier war ein Meister am Werk. Es sei der Alliance Française für die Ausführung dieses Konzertes gedankt.

Herbert Schier
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