Die heutige Titelseite

 

Newsletter


Regen in Namibia

 

Vom  3.04.2009

Der Puls Katuturas

Neue Anthologie über Katutura

© Silke Steuer
Petrus Haakskeen stellt seine dritte Anthologie „Tales of Katutura. The place we call home“ vor.
Windhoek - Wie beschreibt man Katutura? Diese nicht ganz einfache Frage stellte sich auch Petrus Haakskeen als er seine Anthologie „Tales of Katutura. The Place we call home“ zusammenstellte. Auch für ihn war es nicht einfach, über das Township zu schreiben, weil es eine sehr komplexe Natur habe und das gesellschaftliche Nervenzentrum Windhoeks sei. „Wenn man Namibia wirklich kennenlernen will, muss man nach Katutura gehen,“ weiß Haakskeen nun, der eigentlich aus Maltahöhe kommt und heute in Windhoeks Katutura lebt. Er erkannte, dass Katutura gegen alle Vorurteile ein lebhafter Ort ist. Das Streben ums Überleben verbinde die Bewohner schließlich zu Brüdern und Schwestern. Wenn Petrus Haakskeen physisch auch nicht mehr in der Lage ist, den Stift in die Hand zu nehmen, weil er zu gelähmt ist, sammelt er seine Kraft, um seine Gedanken am Computer niederzuschreiben. Insgesamt zwei Jahre hat er gebraucht, um die Anthologie fertigzustellen. Aber die ist nicht nur in Englisch geschrieben. Einzelne Begriffe hat der Schriftsteller einfach in Afrikaans gelassen, weil es der Slang Katuturas sei. Er wollte damit seinen Leser ein Stück näher bringen, wie die Menschen in Katutura sprechen und wie die Realität dort aussieht. Haakskeen glaubt, dass es für viele Menschen schwierig sei, ein Gedicht sofort nach dem Lesen zu verstehen und hat daher all seine 19 Gedichte illustriert. Der Autor war seit August bis vor einigen Wochen noch im Krankenhaus und hat selbst doch für seine Anthologie gekämpft: Er verfasste die Gedichte, und lud Menschen, wie seine Verleger, ein, damit das Buch auch zum geplanten Termin erscheinen konnte. Daher sagt auch Isabella Cupido, seine ehemalige Lehrerin, über Petrus Haakskeen: „Petrus ist eine einzigartige Person. Ich bin überrascht von der Kraft, die er nach seinem Autounfall aufbrachte, um wieder ein bisschen Leben zurückzugewinnen.“ Mit ihr hatte er damals als junger Schüler Gedichte gelernt und Shakespeare durchgenommen. Weil er trotz seiner körperlichen Einschränkungen viel erreicht hat, ist Petrus Haakskeen an seiner ehemaligen Schule zu einem Vorbild geworden. Dessen Literatur sei ein Vergnügen für alle Buchliebhaber in Namibia und ganz Afrika, so Cupido. Schließlich ist „Tales of Katutura. The Place we call home“ bereits Haakskeens drittes Werk. Zuvor veröffentlichte er schon die Anthologie „Profiles of a Hero“ über Sam Nujoma und „So Cry the Abused Mother and Child“ über häusliche Gewalt. Nicht nur für seine ehemalige Lehrerin steht fest: „Wenn Petrus es schaffen kann, können wir alle es schaffen, Wir arbeiten immer noch an dem Paradies Katutura!“ Und auch Petrus Haakskeen weiß: „Mit der Freundlichkeit und Offenheit der Menschen ist der erste Grundstein dafür gelegt, auch wenn die Kriminalität immer noch erschreckend ist.“
Archiv


Wetter

Air Berlin

 

EES GANZ PRIVAT