
Wusste vor allem mit fulminanten Instrumentaleinlagen zu begeistern: Die Mojo Blues Electric Band.
Es ist ungewöhnlich kalt an diesem Freitagabend im Warehouse. Statt dem sonst üblichen rotieren der großen Ventilatoren unter der hohen Lagerhausdecke lodert im gusseisernen Kamin beim Eingang ein üppiges Feuer. Doch schon kurz nachdem sie schwungvoll die Bühne erklommen haben, schwitzen nicht nur die fünf Musiker der „Mojo Blues Electric Band“, auch die zahlreichen Zuschauer an den engbesetzen Tischchen legen nach und nach ihre Schals und Jacken ab. Kein Wunder bei dem Tempo, das die Jungs um Sänger und Gründungsmitglied Pd Stoman hinlegen. Dunkle, getragene Bluesklänge folgen auf schnelle rockige Rhythmen und nostalgische Country-Elemente, bei denen so mancher der Anwesenden am liebsten mitschunkeln würde. Interpretationen von B.B. King sind ebenso vertreten wie deutlich lautstärkere Stücke von AC/DC oder Jimi Hendrix.
Insgesamt ist es jedoch weniger die Stimmqualität, die diesen Abend ausmacht – obwohl Stoman sich nach einem eher flachen Auftakt im Laufe des Abends immer mehr steigert und in der zweiten Hälfte auf einmal eine ungeahnte Tiefe aus seiner Stimme zaubert – für Stimmung sorgen in erster Linie die minutenlangen, ekstatischen Soloeinlagen von Gitarre und Saxophon. Letzeres souverän gespielt von Hu-De San, der zwischendurch auch immer wieder zur Mundharmonika greift und so für zusätzliche akustische Variationen sorgt. Fast mehr Spaß als das Publikum im Saal allerdings scheinen an diesem Abend die Mojos selber dort droben auf der Bühne zu haben. Ein kleines Bierchen, eine Zigarette, ein Schnaps zwischendurch, wedeln sie sich mit großen weißen Handtüchern übermütig gegenseitig Luft zu und können sich auch nach über einer Stunde Spielzeit kaum dazu durchringen, eine kurze Pause einzulegen. Und auch am Ende des Konzertes mögen sich die Fünf kaum von ihren geliebten Instrumenten losreißen: Ein Großteil des Publikums hat das Warehouse längst verlassen, da springen die Musiker auf inständiges Bitten eines kleinen, eingefleischten Fankernes doch noch einmal auf die Bühne. „Highway to Hell“ ist das wirklich letze Stück an diesem Freitag – und hoffentlich kein schlechtes Omen für die Zukunft der Band!