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Zur Transparenz nicht fähig

Landwirtschaftsminister Mutorwa und das Kabinett sind in der Frage der Bestimmung des Eigentumsrechts des Produzentenunternehmens Meatco durch Selbstzensur, Unschlüssigkeit und ausweichendes Intrigantentum zur Quelle einer üblen Gerüchteküche geworden. Die Kritik, dass sich solches Gebaren für eine Regierung nicht ziemt, die sich gern als transparent anpreist, sollte überflüssig sein.

Seit über 15 Jahren mäkeln die regierende Partei und das Kabinett an der Frage herum, wem das Fleischproduzentenunternehmen Meatco eigentlich gehöre. Ein Zahn konnte den Nörglern schon länger gezogen werden, nämlich dass der Staat wegen eines früheren Kapitalschubs vor 1990, den das Unternehmen zurückgezahlt hat, heute noch Miteigentümer wäre. Ähnlich wie die weiße Regierung Südafrikas sich das frühere internationale Territorium Südwestafrika/Namibia (Mandatsgebiet des Völkerbunds) über Jahrzehnte wiederholt als fünfte Provinz erschleichen wollte, so ist das Begehren der regierenden SWAPO mit Händen zu greifen, sich in das erfolgreiche Unternehmen einzumischen, das weder die Partei noch die Regierung aufgebaut noch zu verantworten haben.

Es war angebracht, dass Meatco seine Struktur von einem Unternehmen allein konventioneller kommerzieller Fleischproduzenten geändert hat, um auch dem kommunalen Landwirt, dem Neufarmer und den kleineren Viehzüchter zu dienen. Wie die aktuelle Statistik der Jahreshauptversammlung aussagt, gehört Meatco zu den wenigen gemeinschaftlichen Unternehmen, die keinerlei Subvention benötigen. Es zahlt seinen produktiven Mitgliedern bessere Fleischpreise, als was Produzenten südlich des Oranje vergütet wird, und das dem namibischen Staat ordentlich Steuern einbringt.

Leidet die SWAPO an dem verbreiteten kontinentalen Syndrom, dass etwas Erfolgreiches an sich nicht sein dürfte, sondern durch staatliche Pfuscherei auf das klägliche Unter-Durchschnittsniveau der Finanzmiseren wie etwa bei Air Namibia und TransNamib gedrosselt werden muss? Von der Vermutung ganz zu schweigen, dass es rassistische SWAPO-Genossen geben dürfte, die sich gern politisch-parasitär, aber nicht leistungsmäßig, an Meatco beteiligen wollen, wie es bei über 50 Staatsunterunternehmen eher die Regel und seltener die Ausnahme ist. Wie sonst ist das Schweigen des Kabinetts zu verstehen, dass es seit November 2011 noch zu keiner Aussprache über das Konsensmodell der Meatco-Mitglieder gekommen ist? Das Misstrauen zwischen Produzenten und Regierung wird durch Unfähigkeit geschürt, in dieser Branche das rechte Klima zu fördern.

Die sich abzeichnende, erzwungene Beteiligung des Staates an Meatco käme einem autoritativen Einstieg und einer teilweisen Enteignung gleich. Die Meatco-Mitglieder - jeglicher Hautfarbe - des Produzentenunternehmens haben die Regierung dazu weder eingeladen, noch benötigen sie Staatskapital zum Betrieb der Schlachtfabriken und der Vermarktung.

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25-Jun-2012-08:13

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