Endlich einmal hat das südliche Afrika Rückgrat gezeigt: Die Abweisung des chinesischen Frachters An Yu Jiang in so ziemlich allen Häfen in Reichweite des Kaps der guten Hoffnung ist endlich ein – wenn auch spätes – Zeichen, dass die SADC-Region doch noch so etwas wie Besorgnis über die Lage in Simbabwe verspürt, nachdem ein eigens einberufener Gipfel in Lusaka vor zwei Wochen nicht mehr als bedeutungslose Worthülsen hervorgebracht hatte.
Der rostige Frachter samt seiner heiklen 77-Tonnen-Ladung, gespickt mit Waffen, die die Bevölkerung einer Großstadt in kürzester Zeit auslöschen könnten, muss nun wohl unverrichteter Dinge abziehen und die Heimreise ins Reich der Mitte antreten, weil sich kein Staat die Blöße geben will, die Fracht zu entladen und die Durchreise nach Simbabwe zu ermöglichen.
Allerdings waren die Staaten in der Region in den vergangenen Tagen auch mächtig unter Druck geraten: Internationale und nationale Gewerkschaften, Menschenrechtsgruppen, Oppositionspolitiker und Kirchen hatten zum Protestlauf gegen eine mögliche Löschung des Kriegsguts in irgendeinem afrikanischen Hafen aufgerufen und die SADC-Staaten damit wohl im Endeffekt zum Handeln gezwungen.
Bezeichnenderweise war es wieder einmal Sambias Präsident Levy Mwanawasa, der als erster in der Öffentlichkeit den Mund aufmachte und seine Nachbarstaaten dazu aufrief, dem Schiff den Zugang zu den Häfen zu verwehren. Ganz offensichtlich gehört er zu den Wenigen in der trauten SADC-Runde, die sich nichts aus schleimiger Anbiederei an Mugabe machen. Die namibische Regierung war – wie eigentlich schon zu erwarten – mal wieder totenstill zum Thema Schiff. Hätten nicht das Zentrum für Rechtsbeistand, die zuständige Gewerkschaft und einige Oppositionspolitiker massiven Druck ausgeübt, hätten wir uns wohl nicht wundern müssen, wenn der Waffenfrachter gestern in Walvis Bay betankt worden wäre. Glücklicherweise ist uns diese Blamage, dieser Gesichtsverlust vor der gesamten Welt erspart geblieben.
Und auch die SADC-Region konnte ihren schlechten Ruf als zahnloser Papiertiger, gerade wenn es um den Despoten Mugabe geht, wenigstens wieder ein bisschen zurechtrücken. Bleibt zu hoffen, dass die Region und bitte auch Namibia im noch andauernden Gezerre um die Zukunft Simbabwes jetzt endlich öfters Zähne zeigt!