Werter Dr. Nujoma, Sie können’s wohl nicht lassen. Einmal mehr haben Sie über die Stränge geschlagen und die Weißen im Land beleidigt und bedroht. Schläge gebühren den Imperialisten, das haben Sie doch gesagt in Ongwediva?!
Vielleicht mag so mancher bei Ihrem letzten Ausraster vor einigen Wochen gedacht haben, es handele sich um einen bedauernswerten Einzelfall. Jetzt wissen wir: Das ist nicht so. Sie, der Sie ein Vorbild für die Jugend sein wollen und eigentlich auch sollen, sind nichts anderes als ein undemokratischer Volksverhetzer. Sie sticheln mit platten Argumenten und schlichtweg aus der Luft gegriffenen Lügen gegen Weiße, gegen die Imperialisten, die Afrika wieder übernehmen wollen und Sie persönlich ja schon viel zu lange provoziert haben. Stattdessen soll sich Namibia an die wahren Freunde, die Asiaten und Angolaner halten. Dass dieses Land ohne das Geld der verteufelten Imperialisten heute nicht da wäre, wo es ist, verschweigen Sie. Keine Straße, kein Dorf, keine Schule (vor allem auf ihrem Schlachtfeld im Norden) wäre nur halbwegs so zivilisiert ohne das Geld der Bösen. Und dass Namibia gerade dabei ist, seine Seele an einen Teufel namens China zu verkaufen, das erwähnen oder sehen Sie nicht. Aber glauben Sie mir, nicht alle Namibier lassen sich von Ihnen für dumm verkaufen, auch wenn Sie meinen, durch Ihre Reden auf Oshiwambo einen erlauchten Kreis von willfährigen Gefolgsleuten anzusprechen.
Theoretisch wären Sie auch eine Schande für Ihre Partei, die sich der Versöhnung verschrieben hat – aber Ihre Partei ist auch eine Schande für dieses Land, da nicht einer öffentlich den Mund aufmacht und Sie endlich in Ihre Schranken weist. Theoretisch wäre es auch an der Zeit, dass die bösen Imperialisten sich eine solche Hetze nicht länger gefallen lassen. Hoffen wir, dass nicht einmal mehr der diplomatische Mantel des Schweigens über die Angelegenheit gebreitet wird. Das Maß ist jetzt endgültig voll!
Zugegeben, Ihr Timing ist brillant. Es gibt mir die Möglichkeit, mich noch mit einem Abschiedsbrief an Sie zu wenden. Ich verschwinde schon morgen ganz imperialistisch – allerdings nicht Ihretwegen – von der namibischen Bildfläche. Hoffentlich passiert genau das auch schnellstmöglich mit Ihren unsäglichen Hetz-Auftritten!