Im Gegensatz zu Simbabwe sind internationale Wahlbeobachter in Namibia willkommen. Das verkrampfte Mugabe-Regime hatte bei den umstrittenen Wahlen zu Beginn des Jahres sogar das Parlamentarische Forum der Staatengemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC) ausgeschlossen, geschweige denn Wahlbeobachter der Europäischen Union zugelassen.
Gestern hat das SADC-Sekretariat erste Kräfte seines bis zu 100 Köpfen starken Beobachterteams der anstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vorgestellt. Das SADC-Parlamentarier-Forum wird bis zum 20. November noch ein getrenntes Team senden. Die Europäische Union und die deutsche Botschaft stellen aus Kräften im Land ebenfalls ein Beobachterteam zusammen. Das Bewusstsein der namibischen Wahlbeamten, dass sie von internationalen, aber auch von eigenen politischen und Kräften der Zivilgesellschaft beobachtet, ja überwacht werden, muss sich positiv auf den Verlauf und auf die Durchführung der Wahlen sowie die Auszählung der Stimmen auswirken.
Ihre bloße Anwesenheit reicht aber bei weitem nicht aus. Die Beobachter sollten nach dem SADC-Wahlprotokoll durchweg gut geschult sein, worauf sie auf koordinierte Weise zu achten haben. Bei vorigen Wahlen war ihr Einsatz viel zu unkritisch. Ihr Befund war kaum das Papier wert, auf dem er stand: „Außer Spesen nichts gewesen.“