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Regen in Namibia

 

Vom 25.08.2010

Veränderung mit Konsequenz

Ein Neunjähriger wird auf der Toilette von einer Gruppe älterer Jugendlicher in die Ecke gedrängt und beraubt. Andere Jugendliche pöbeln untereinander, auch Mobiltelefone verschwinden. Unschöne Vorkommnisse, die sich auf dem Basar 2010 der Deutschen Höheren Privatschule (DHPS) abgespielt haben – und die sich auch bei jedem anderen Schulfest oder einer anderen öffentlichen (Groß-)Veranstaltung ereignen können. Überhastete Schuldzuweisungen helfen jetzt wenig. Die DHPS ist deshalb keine schlechte Schule und deren Basar bleibt immer noch eine sehr harmonische Veranstaltung. Auch mit Nestbeschmutzung hat das nichts zu tun. Dennoch dürfen wir die Augen vor solchen Vorkommnissen nicht verschließen. Deshalb sind jetzt vielmehr Offenheit, Transparenz und letztlich Konsequenz gefragt.

Kinder und Jugendliche holen im Auftrag ihrer Eltern alkoholische Getränke von der Bar. Dort bedienen Eltern von Schülern. Man kennt sich teils – und man vertraut einander. Einige (ältere) Schüler bekommen vielleicht sogar von ihren Eltern die Erlaubnis, mal ein Bier zu trinken – ein Ausnahmefall zum besonderen Anlass, schließlich ist nur einmal im Jahr Basar. Wenn sie dann mit Alkohol auf dem Schulgelände gesehen werden, rümpfen Manche die Nase. Andere Jugendliche kommen mit Wasserflaschen durch die Sicherheitskontrolle und aufs Schulgelände – nur dass sich in den Wasserflaschen Alkohol befindet. Das Sicherheitspersonal wiederum kann natürlich nicht zu jeder Zeit an jedem Ort des Schulgeländes sein, um zu verhindern, dass es Pöbeleien und Diebstähle gibt. – Das Problem ist vielschichtig, eine Lösung deshalb nicht einfach.

Dennoch muss man sich bewegen. Den ersten richtigen Schritt hat die DHPS bereits getan, indem sie dazu aufgerufen hat, dass ihr alle Vorkommnisse mitgeteilt werden. Man braucht Fakten, die dann diskutiert werden müssen. Natürlich mit den Eltern, denn die tragen für ihre Kinder und für den Basar eine Mitverantwortung. Fest steht: Wenn man etwas verändern will, hilft wohl nur strikte Konsequenz. Es kann weder toleriert werden, dass Kinder auf Schultoiletten überfallen und beraubt werden, noch dass Jugendliche unkontrolliert Alkohol trinken – dazu noch auf dem Schulgelände und von Eltern an der Bar ausgereicht.

Jede Veränderung ist zunächst unbequem. Deshalb müssen sich Schulleitung und Eltern einig sein und die Veränderung gemeinsam tragen. Das könnte z.B. so aussehen: Kein Alkoholausschank an Jugendliche – wie es laut Gesetz geregelt und auch in der Gastronomie der Fall ist. Warum soll ein Schulbasar oder eine andere, x-beliebige öffentliche Veranstaltung da eine Ausnahme bilden? Das Durchsetzen von Veränderungen erfordert freilich etwas Courage, aber allein im Sinne der Vorbildwirkung für Kinder und Jugendliche sowie der Eliminierung von solch unschönen Vorkommnissen sollte dies im Interesse von Allen liegen. Es gibt also Gesprächs- und Handlungsbedarf.
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