Politisch hat der Kontinent Afrika einen Rückfall erlitten, der die Uhr 20 Jahre zurückstellt. Derweil vor sechs Jahren die zeremonielle Verkündigung des Konzepts der afrikanischen Renaissance und der Neuen Partnerschaft zur Entwicklung Afrikas (NEPAD) tatsächlich Anlass zu Hoffnung auf Erneuerung von innen heraus geboten hat, erscheint das Ergebnis des verflossenen Gipfels der Afrikanischen Union (AU) wie eine Pleiteerklärung. Der gescheiterte Vermittler im internen Simbabwe-Konflikt, Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, war 2002 noch als halbwegs glaubwürdiger Verfechter der Renaissance aufgetreten. Aber schon zu der Zeit, zwei Jahre nach Beginn des Mugabe-Pogroms auf weiße Farmer (seine gewaltsame Vertreibung der Einwohner der Squatterviertel in Harare folgte später) galt Simbabwe als Prüfstein der hehren Ideale von NEPAD und des damit verbundenen „freundschaftlichen“ Überwachungssystems unter dem Namen „Peer Review Mechanism“, wonach AU-Mitglieder sich nach dem Maßstab guter Staatsführung gegenseitig transparent zeigen und Verbesserungsvorschläge annehmen sollten.
Die AU hat es durchweg versäumt, die gut gemeinte Überwachung auf Simbabwe anzuwenden. Die Schonung des terroristischen Diktators war ihnen wichtiger als die Rettung seines hungrigen Volkes vor Gewalt, Asylsuche und Folter.