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Regen in Namibia

 

Vom 13.07.2007

Tragische Relativierung

Der kaltblütige Mord an einem deutschen Touristen auf dem Khomas-Hochland bei der François-Feste hat die gesamte Tourismus-Branche schockiert. Wenn ein namibischer Mann dunkler Hautfarbe am Wochenende an einem Verkehrsstopp erschossen wird und die Räuber mit seinem Wagen entkommen, schreiben und sprechen einige, aber nicht alle, Medien bis Montag darüber, aber der Fall erscheint nicht im internationalen Funk oder der Auslandspresse. Medien können nicht über jeden lokalen und auswärtigen Mord aus jedem Land berichten, denn sie würden nicht einmal mit einem Bruchteil des täglichen, durch Verbrechen verursachten Lebensverlusts fertig.

Die Verurteilung von Mord und Totschlag erstreckt sich ungebrochen von den zehn Geboten bis ins Strafgesetzbuch hinein und zurück. Was aber unterscheidet den Mord an einem Touristen vom Mord an einem/einer Einheimischen?

Das gewaltsame Ende eines Touristen erregt deshalb soviel Aufsehen, weil es durch Waffengewalt gerade in einem ansonsten friedlichen Land wie Namibia selten vorkommt. Der gewaltsame und wie in diesem Fall hinterhältige Mord ist überhaupt das makabre Gegenteil dessen, was eine sorgfältig geplante Erlebnisreise durch ein malerisches Land und in die Entspannung verspricht – erfüllte Selbstfindung und innerliche Bereicherung. Gerade dieser Gegensatz fordert die Zeitzeugen zur Auseinandersetzung mit dem Vorfall auf, abgesehen von der Pflicht der Sicherheitsbehörden, die Täter zu verhaften und Maßnahmen zur allgemeinen Sicherheit zu verschärfen, beziehungsweise Vorbeuge gegen jedwede Wiederholung zu ergreifen, soweit dies im weitläufigen Namibia möglich ist.

Darüber hinaus zeugt das Aufsehen dieses Mordfalls vom relativ bekannten Profil Namibias, das in Deutschland konsequent und mit stets frischen Werbeimpulsen gepflegt wird. Da wiederum sind die Touristikbetreiber gefordert, den Fall offen anzusprechen, aber ihn gleichzeitig in den realen Rahmen Namibias und im Vergleich zu anderen Ländern einzuordnen.

Der bekannte Veranstalter und Vermittler von individuellen Reisen, Michael Iwanowski, hat über 150000 Deutschen das Selbstfahrer-Erlebnis auf dem Kontinent vermittelt. Das betroffene Ehepaar, durch mehrere ähnliche Reisen schon erfahren und bewandert, war zuletzt darunter. Nichts wurde falsch gemacht, außer dass zunächst nur die resignierte Erklärung bleibt: „Zur falschen Zeit am falschen Ort.“ Der Ort und die Zeit waren am Sonntag die Francois-Feste auf der Touristenfläche Namibias, die sich im europäischen Maßstab „von London über Paris und Rom bis nach Korsika ins Mittelmeer erstreckt“.

Namibia ist nach wie vor ein sicheres Land zum Reisen. Wie bei allen Reisen gilt die übliche Vorsicht. Neben der überwiegenden Mehrzahl freundlicher Namibier gibt es einzelne Verbrecher, die sich den Einheimischen wie den Besucher vornehmen. Gerade jetzt hat die ganze Gesellschaft gegen sie den Kampf angesagt.
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