Nun hat das Kabinett nach über einem Jahr die polizeiliche Ermittlung des Anlagenskandals des staatlichen Pensionsfonds (GIPF: Government Institutions Pension Fund) angeordnet. Die Fehlinvestitionen gehen bis auf das Jahr 1996 zurück, als Gründungspräsident Nujoma gerade seine zweite Amtsperiode angetreten hatte. Bis ungefähr 2003 hatte GIPF rund 660 Mio. N$ neuen „Unternehmern“ zur Verfügung gestellt, ohne auf übliche Garantien zu bestehen, denn solche Hürden machten es just angehenden BEE-Unternehmern (BEE: Black Economic Empowerment) unmöglich, in die Wirtschaft einzusteigen und sich ökonomisch zu emanzipieren. Die „angelegten“ und dann verschwundenen 30 Mio. N$ der Sozialversicherungskommission (SSC) wurden übrigens auch unter dem Namen des damaligen Präsidenten ohne Absicherung für BEE-Makler locker gemacht, wie vor einem Richter ausgesagt wurde. Die Regierung war schon lange sowohl durch einen Bericht der Finanzaufsichtsbehörde NAMFISA als auch vom Bericht des Generalbuchprüfers über die GIPF-Malaise informiert, hat diese Berichte aber nicht herausgegeben und führt nun, nach über einem Jahr (!), selbst eine Untersuchung durch. Der zögerliche Umgang und der bisherige Mangel an Transparenz besagen, dass die Sache verschleppt werden soll. Gern würden wir uns vom Gegenteil überzeugen lassen.