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Zerstörung

 

Vom 27.05.2008

Polemik statt Politik

Es ist mal wieder Wahlkampf in Simbabwe – wenige Wochen nach Abschluss des vorherigen. Und als wäre in der Zwischenzeit nichts passiert – der Sieg der Opposition im Parlament, eine tödliche Gewaltwelle und die Ankündigung einer Stichwahl um das oberste Amt im Staat – stößt Präsident Robert Mugabe erneut in ein altbekanntes Horn: Kampf den Ausländern, fordert er; schon allein angesichts der Gewaltwelle gegen Zuwanderer in Südafrika mehr als makaber. Die USA und Großbritannien hat er mal wieder besonders im Visier, den US-Botschafter will er gleich ganz aus dem Land werfen. Programme und Vorschläge, wie Land und Leute aus der wirtschaftlichen und sozialen Krise geholt werden könnten, sucht man auf den polemischen Wahlkampfveranstaltungen vergebens. Und auch Oppositionsführer Morgan Tsvangirai hat außer Lippenbekenntnissen bislang kaum Substanzielles zu bieten. Das Volk muss sich langsam völlig verschaukelt vorkommen – oder aber es legt keinen Wert auf Inhalt. Als Mugabe in Harare ankündigt, die Ausländer aus dem Land jagen zu wollen, jubeln Tausende - bevor sie in ihre ärmlichen Hütten, in Hunger und Arbeitslosigkeit zurückkehren.

Angesichts dieser Inhaltsleere wird deutlich: Das Land kommt nicht voran. Und fraglich bleibt, ob ein neuer Besen wirklich gut kehren oder Dreck nur hin- und her bewegen wird.
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