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Regen in Namibia

 

Vom  3.09.2010

Peinliches Ränkespiel

Zwei Straßen in Windhoek sollen umbenannt werden. Die neuen Namen sind – wie könnte es anders sein!? – politisch motiviert. Kaum anderswo ist das Ränkespiel um Darstellung und Profilierung so peinlich ausgeartet wie bei dem aktuellen Fall.

Wir erinnern uns: Die Gloudinastraße (angelehnt an einen niederländischen Mädchennamen) sollte umbenannt werden – und dafür gab es gleich zwei Vorschläge: Joseph-Mukwayu-Ithana-Straße (motiviert von SWAPO-Generalsekretärin Pendukeni Iivula-Ithana) und Dr.-Kenneth-David-Kaunda-Straße (gewünscht vom Hochkommissariat Sambias). Weil sich Windhoeks Bürgermeister Matheus Shikongo vor dem Konflikt zwischen politischem Druck aus eigenen Reihen zur Ehrung eines verdienten SWAPO-Genossen und der Erwartung des Nachbarlandes zur Ehrung eines Ex-Staatspräsidenten/-mannes drücken wollte, hat er das Thema ins Straßennamen-Komitee verwiesen. Das aber konnte sich auch nicht einigen. In vorauseilendem Gehorsam wurde plötzlich die Uhlandstraße – für deren Namen der deutsche Dichter und Literaturwissenschaftler Johann Ludwig Uhland (1787 bis 1862) Pate stand – auf den Plan gebracht und der Beschluss schnell durchgedrückt.

Jetzt haben die Anwohner den Salat mit Adressenänderungen, von den Stadtplänen ganz abgesehen. Irritationen vorprogrammiert. Namen sind Schall und Rauch? Von wegen!
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