Vom 27.09.2007 Neugierde auf Experiment
Am experimentellen Sozialwerk des Grundeinkommens für eine Squattergemeinschaft scheiden sich die Geister. Namibia macht Geschichte, wenn ab Januar 2008 jeder der über 1000 Einwohner der sozial schwachen Kommune – Otjivero bei Omitara – auf 24 Monate eine Existenzbeihilfe von N$ 100 erhält, Rentner ausgenommen, die vom Staat bereits eine bescheidene Monatszahlung beziehen.
Auf der einen Seite stehen die Partner der Basic Income Grant-Koalition (Lutherische Kirchen, der Kirchenrat und Gewerkschaften) sowie Gönner, die sich erhoffen, dass das Experiment nach zwei Jahren derart viel Erfolg in der Sozialentwicklung der Kommune und im Kampf gegen Armut zeigt, dass die Interessenten und Neugierigen in der Regierung dies als Beweis akzeptieren, dass der Probelauf von Otjivero als Modell für die ganz Nation und als Vorlage zur sozialen Erneuerung dienen könne.
Auf der anderen Seite stehen die Skeptiker mit der Erfahrung, dass der Staat kaum alle Seniorbürger erfasst hat und sich schon bei der Auszahlung der gesetzlichen Minimalrente schwer tut, geschweige denn die flächendeckende Erfassung aller Menschen von Geburt bis zum 60. Lebensjahr. Auch die Gefahren des Alkoholkonsums, der Abhängigkeit von Handouts und der Mangel an Eigeninitiative stärken die Skepsis. Die Otjivero-Leute wissen gar nicht, welch große Beweislast sie tragen.
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