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Regen in Namibia

 

Vom 15.04.2008

Kläglich versagt!

Es ist eine Schande! Die SADC hat gründlich versagt bei ihrem eilig einberufenen Krisengipfel zur Lage in Simbabwe. Statt Lösungen und längst überfälliger Kritik echoten die Teilnehmer aus 14 Ländern nur feige nach, was vorher schon zigmal gesagt wurde, bei Simbabwes Regierung und vor allem bei Präsident Robert Mugabe aber auf taube Ohren stieß: Das Wahlergebnis solle zügig bekannt gegeben und nach erneuter Überprüfung von allen Parteien akzeptiert werden.

Kein kritisches Wort zu der unerträglichen Situation und fragwürdigen Tatsache, dass das Wahlergebnis auch über zwei Wochen nach dem Urnengang noch nicht veröffentlicht worden ist, kein Wort zum Vorgehen der Mugabe-hörigen Veteranen, die – möglicherweise angestachelt vom Despoten – weiße Farmer vertreiben, Farmen besetzen, Häuser von mutmaßlichen Oppositionellen brandschatzen und Elend und Angst über die Bevölkerung bringen.

Die größte Schande für unsere Region ist aber Südafrikas Präsident Thabo Mbeki. „Stille Diplomatie“ wird das Vorgehen des Chefvermittlers im Simbabwe-Konflikt genannt, doch in Wahrheit ist es ein blindes Anheischen an Robert Mugabe – entweder aus falsch verstandener Freundschaft, einfach aus Faulheit oder wegen der Befürchtung, sich selber in eine ungünstige Lage zu bugsieren. Weil Mugabe dem Gipfel kurzfristig fern geblieben ist, legte Mbeki einen Zwischenstopp in Harare ein, hofierte den alten Mann und betonte danach, so unglaublich es klingt, es gebe doch gar keine Krise in Simbabwe. Die Simbabwer sollten hingegen mehr Geduld haben und das Ergebnis abwarten. Auch hier kein Wort über die neue Gewaltwelle nach den Wahlen, nicht einmal eine Aufforderung zur zügigen Veröffentlichung der Ergebnisse – der Besuch muss für die Simbabwer blanker Hohn gewesen sein. Mit seiner Einseitigkeit und Befangenheit hat Mbeki als Vermittler eindeutig versagt.

Was muss eigentlich noch passieren im einstigen Brotkorb Afrikas, bevor der Staatenbund und allen voran Mbeki endlich eingreifen? Solch stille Diplomatie begünstigt Mugabes mieses Spiel im eigenen Land und mit der eigenen Bevölkerung. Und so lange Mugabe weiter freie Hand und das Volk von den Nachbarstaaten kläglich im Stich gelassen wird, gibt es keine Garantie dafür, dass Simbabwe nicht bald im Blutvergießen versinkt.
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