Blaues Blut und Namibia scheint nicht wirklich eine gute Kombination zu sein. Welchen anderen Schluss soll man sonst aus der schier unglaublichen Geschichte des Prinzen Christian zu Hohenlohe-Langenburg ziehen, der angeblich bis zu 1000 geschützte Bergzebras niedergemetzelt haben soll. Warum drängt sich der Gedanke auf, dass betuchte „Von und Zus“ aus Deutschland irgendwie ein Faible für Namibia, für Schusswaffen und Rumgeballere haben? Zu Hohenlohe ist ja nicht das einzige Blaublut, der hierzulande für übelste Magenverstimmungen sorgt. In dieser Woche steht ein weiterer, extrem unsympathischer Typ – wohl eher ohne Rang, dafür mit Namen – in Windhoek vor Gericht: Dr. Kuno von Plocki, der den jungen Jagdführer Jörg Seefeld beim Herumspielen mit einem Gewehr erschossen haben soll.
Offenbar bringt ein noch so unbedeutender Adelstitel eine gewisse Arroganz mit sich, die den Träger von der Einhaltung von Recht und Gesetz, aber auch von moralischen Grundsätzen befreit – kaum verwunderlich, dass zu Hohenlohe in Windhoek schon seit längerem nicht gerade den besten Ruf hat.
Leider ist Namibia schon zu lange dafür verschrieen, ein Sammelbecken für Kriminelle oder wirre Typen zu sein – dieses schlechte Image ist schädlich. Und deshalb ist jenem Farmer nur zuzustimmen, der über Hohenlohe rigoros sagte: „So ein Kerl gehört nicht in unser Land.“