
Neckisches Biest hat die Leser auf die Schippe genommen.
Jong, wir haben nach zwei Jahren, da der 1. April als Wochentag ausgefallen war, nochall stief Sports mit unseren aufmerksamen Lesern gehabt. Nach all dem bleddy Trabbel, den wir jetzt mit dem Staatspalast haben, mit überkandidelten Parteitieren (aus gutem Grund sagen wir net nich von welcher Spezie) brauchen wir wrachtach ´ne Blaaskans. Da hat sich der April angeboten, denn die Narrensaison ist noch nicht wirklich angebrochen. In diesem Jahr brauchen wir die muhts besonders, denn wir müssen damit rechnen, dass einige Erzgenossen der größten Partei aller Zeiten das biekie Humor verlieren, das bisher zwischen Marmor, Großmannssucht und namibischem Stechschritt übrig geblieben war. Je mehr der Fürst mit dem Säbel rasselt, desto schärfer muss der Narr kontern und provozieren.
Deshalb kramen Leser und Bürger jenseits von Marmor und Stechschritt sofort in ihrem Vokabular, wenn es gilt, ein kleines tapsiges Plüschtier mit Loch im Pelz zu einem Namen zu verhelfen, und wär´s am 1. April. So ein Leo, Löw oder Onkoshi is mos unkompliziert und verlangt weder Glaubensbekenntnis noch Parteikarte, solange das Viech eben klein ist. Da ist selbst zum 1. April der Urinstinkt im Mensch wach geworden, dass ein kleines Tier Schutz und Namen braucht, auch wenn das vorgetäuschte Anliegen im Aprilscherz darauf aus war, wieder einmal Ovimariva zu machen. Den Lesern der (All)Gemeinen Zeitung ein Kompliment für ihre findige Namenssuche, die selbst die Sprachpuritaner unter den Ovandoitjie befriedigt hat, denn unter den über zwei Dutzend Namen, die der putzige Leu erhalten sollte, befindet sich nicht ein einziger Anglizismus. Ansonsten reicht das Namensmilieu von der (menschlichen) Kinderstube, über den Kosenamen, den man eventuell auf dem bürgerlichen Sofa oder Kanapee benutzt, mit einem Abstecher nach Japan bis in Walt Disneys Filmwelt und natürlich tief in den namibischen Busch hinein, den wir nur den Touristen und Reiseschreibern zuliebe manchmal „Savanne“ nennen.
Mit dem saisonalen Klimawandel, da der Swakop in diesem Jahr wieder einmal abgekommen ist und amper das Meer erreicht hat, und im Rivierbett neue Feuchtgebiete entstehen, haben die Makler für den ständigen Immobilienmarkt einen neuen Knüller entdeckt. Nicht nur am Strand der versunkenen Stadt Vineta, am Ufer des Sambesi im fernen Caprivi oder im schmucken Städtchen Lüderitzbucht entsteht oder besteht eine Waterfront. Im brackigen Sand von Tsoaxaobmund an der Böschung mit wenig Busch kann bald die zweite Waterfront beginnen. Tamarisken und wilder Tabak sollten das Ambiente untermalen und die Grundstückpreise wieder anheizen, was niemand explizit fordern muss, weil die das immer schon von allein tun.
Das nasse Schaltjahr 2008 und der April bringen jetzt die Narren auf den Plan und die Wüste lebt in diesem Jahr auch vom Husarenstück der Seniorin, die den Straßenbruch in der Namib mit einem Rodeosprung überbrückt hat. In Namibia müsst Ihr jetzt sein!