
Nein, diesmal ist es keine Fensterscheibe im staatlichen Krankenhaus. Das ist nur ein Kontrollschirm für die Frequenz des Stoffwechsels respektloser Peipolls.
Rotkopfamadinen haben am klaren Wintertag nochall stief Zeit, sind bodenständig, nein, astbeständig und vergnügt. Jeden Tag kehren sie am Omurambaweg zum gleichen Kapschen Flieder zurück, der jetzt mit kahlen Ästen und etlichen übrig gebliebenen Beeren zum Himmel hin ragt. Wo die Piepolls die Nacht verbringen, wissen wir nicht. Aber es muss ein sicherer Flecken sein, denn sie stellen sich morgens gleich wieder ein, mit guter Verdauung, worum sie so mancher Zweibeiner beneidet, der in die Apotheke rennen muss. Wer unter dem Baum einen Parkplatz reserviert hat, kriegt es ab. Beschiss von Vögeln soll angeblich Glück bringen. Warten wir gespannt.
Kernfresser sind die kleinen Federbälle und worrien net nich, was sie unter dem Baum alles beklecksen. Ab und zu kommt auch ein Pieterpoll, beziehungsweise Rotauge dazu. Einer hat gezeigt, dass er es schafft, eine Fliederbeere hinunter zu schlucken. Der hat nochall gesökkelt und seinen Hals gereckt, die Frucht in seinen Schluckdarm hinein zu zwängen. Der muss besondere Verdauungssäfte haben, denn es heißt, dass die Beeren des Kapschen Flieder den Hühnern nicht bekommen.
Auch ein Kolibri stellt sich mit dem nadeldünnen Krummschnabel ein. Da staunst Du nicht schlecht. Der fliegt einige Astspitzen ab und drückt seinen Schnabel hintereinander an verbliebene Narben, wo der Blattstiel vom letzten Sommer befestigt war. Etwas muss es zu schlecken geben und ist es noch so wenig. Mag sein, dass der Kapflieder seinen Saft schon in die Astspitzen treibt und nur auf das Kommando wartet, seine berauschenden Blüten auszufahren, deren Duft in großer Konzentration unerträglich wird, Kopfschmerz bereitet oder Heuschnupfen fordert.

Rotkopfamadinen verbringen herrliche Stunden unter dem Winterhimmel, wenig geworried, was unten los ist.
Dann kommen noch ein paar lärmende Spatzen, die sich in den Zweigen balgen, aber in der Regel nicht lange bleiben, weil es in den Straßen sehr viel zu tun gibt.
Mit Vogeldreck werden wir mit ein paar gezielten Wischern immer wieder fertig. Aber wo sich Müll und Dreck an den Krankenhäusern ansammelt, wo Waschbecken der Umkleideräume der Ärzte nicht mehr ablaufen, Toiletten bei den Kranken und Krankenpflegern ramponiert sind, da is Trabbel. Wenn Du ein Krankenhaus, eine Tankstelle oder ein Ministerium checken willst, ob die Dinge jobben, dann geh zuerst aufs Klo. Dann weißt Du woher der Wind weht. Der Wind sollte bei den meisten Einrichtungen lieber nicht wehen, damit der Unrat nicht noch durch die Luft verbreitet wird und die Nase und den Maschenzaun erreicht. Nase rümpfen hilft dann nicht mehr, aber der Zaun briekt das Plastik.
Die Kultur verstopfter Drains, Müll auf dem Spitalgelände, Rohrbruch und Stromausfall sowie eingeschlagene Fensterscheiben, die seit Jahren nicht ersetzt werden, weil an der Stelle niemand kalt kriegt, und ab August auch niemand über Staub geworried is – all diese Dinge haben zuletzt zum Himmel geschrieen, dass der Lärm Omupräsidente II erreicht hat. Es ist soweit. Omupräsidente II, der Einzigartige, muss den hoch und niedrig bezahlten Krankenpflegern beibringen, das ein Drain etwas ist, was offen gehalten werden muss und Müll eine Substanz ist, die beseitigt werden will.
Wir fangen wieder ganz vorn an. Gesundheitslehre in der den Anfangsklassen bleibt ein wichtiges Fach.