
Tatendrang wie hier vom Leu gezeigt, verlangen etliche Oministeli von ihrem Amtsvolk.
Der Januar hat wüst moi mit Parties und Feuerwerk angefangen. Und jedermann hat beim perlenden Getränk Vorsätze gefasst oder solche von anderen nächtlichen Zechern vernommen. Zecherinnen auch, versteht sich mos, bevor die Feministinnen uns das Haus stürmen. Das Rauchen sein lassen, mehr sparen, weniger zechen und zanken, nur biekie Trabbel machen,pünktlicher sein, weniger Zeit morschen, – von der eigenen und von der der anderen. Im Groll und Zorn nich sommer bef´ckt reagieren, erst durchatmen. Nich in jedem Bettler gleich ´n dämn Tsotsie sehen. Aber darrem toch bleddy aufpassen, dass Du nich von Schwätzern reingelegt wirst, denen die Tjorry um die Ecke ohne Sprit stehen geblieben is, und die nun wrachtach net nich weiter können, es sei denn dass Du, ausgerechnet Du allein, ihnen so´n roten Witbooi oder zwee´e in die Hand drückst.
Jong, all diese Vorsätze sind schon wieder Geschichte, aber etliche Ministerien haben in dieser Woche wüst mit Plänen, Drohungen und der Aktionspose losgelegt. Am meisten Sports gab es sowahr beim Premier, Oministeli Omukwaniilwa Nahas Angula. Als erster unter seinesgleichen spielt der mos eine Vorreiterrolle. Wir können den heute viel besser verstehen als 1989/90 nach seiner Heimkehr aus dem Exil, als wir wüst gesökkelt haben, seiner Stakkato-Rede zu folgen. Bis dahin hatten wir ja zwei Amtssprachen, wobei das Englische mehr auf den Schriftverkehr beschränkt war und wenn überhaupt gesprochen, dann nur mit schwerem afrikaansen Akzent. Nun mussten sich die Daheimgebliebenen auf eine Art Nämlisch einstellen, das eben aus der Exilkultur unserer Genossen kam und die dem bisherigen Afri-Englisch das Afro-Nämlisch überstülpten. Wir ha´m uns nochall schnell mit Tonfall und Phonetik zurechtgefunden. In der Wettervorhersage tauchten an der namibischen Küste sodann „fockpätsches“ auf und das Land, das stief Orloch erlebt hat, war jetzt „pissful“. Das muss muhts so gehen, wenn die Comräds darauf bestehen eine Amtssprache zu wählen, die nichmal von zwei Prozent der braven Namibier als Muttersprache beherrscht wird.

Hell soll der Klang von diesem Schlagkörper auf Otjivero ausgehen, um auch im Jahr 2012 guten Ton zu verbreiten.
Aber wir waren bei Omushamane Nahassens Motivationsrede vor der Beamtenschaft stehen geblieben. Auch wenn wir dafür nix von ihm kriegen, behaupten wir ohne Widerspruch, dass das ein Oministeli is, der sich wohltuend von vielen seinesgleichen abhebt, dass er bleddy-well pünktlich is und das auch von anderen verlangt, wie er in dieser Woche nochall nich zum ersten Mal demonstriert hat. Im alten Plenarsaal der früheren weißen Legislative, wo später das erste Kabinett der souveränen Republik der Braven getagt hat und wo auch Madiba Nelson Mandela 1989/90 kurz nach seiner Freilassung schon zu Gast war – in dem holzgetäfelten Saal mit großem Hufeisentisch und nachgeordneten Reihen hatte Nahas also seine Staatssekretäre und Abteilungsleiter zum Jahresansporn zusammengetrommelt. Sein Amt und seine Kanzlei nennen sich mos „Pulsschlag“ des glorreich großen Staatsdienstes. Und als viele seiner Untergebenen wie landesüblich zehn, 20 und 30 Minuten noch ins Lokal nachkleckerten, hat er die Säumigen nich in der Ecke stehen lassen – Nahas war ´mal Lehrer im Exil – er hat sie in die Mitte des Hufeisens beordert, ihnen die Leviten gelesen und die Enn-Bie-ßie-Tie-Wie-Kamera auf sie gehetzt, so dass sich die Angeprangerten mit Armen, Kopfsenken und durch Abwenden vor der Linse hüten wollten.
Nahas muss sich vor empfindlichen Wendehälsen hüten, die das nich aushalten.