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Vom 6.08.2010 Lass Dich nich vernührken![]()
Das Land der Braven wird mos immer ein Land für Safaris und für Aussteiger sein. Und die Regierenden hätten es gern auch so, aber sie wissen net nich, wie sie das machen sollen. So sökkeln die mit südafrikanischen Tour-Gaids an der Grenze und lassen die nich ins Land reinkommen, so dass die Touris mit ihnen umkehren müssen. Wie die, die schon gebucht und gezahlt haben, das dann mit der ungewollten Absage bei ihrer Lodge machen, um wenigstens einen Teil der Anzahlung wieder rauszukriegen, is ´n anderes Problem. Das is auf jeden Fall nich das Problem der Grenz- und Regierungscomräds, die den ganzen Mist, um nich zu sagen F´op, verursacht haben. Die halten sich mos für gesalbt und unantastbar.
Hat der Besucher aber auf eigene Faust die Grenze überwunden und tourt lekker durch das Land der Braven, das nochall wüst groß is, braucht er eine gute Unterkunft. Das heißt mos sauber bezogenes Bett, gute Kost, duftes Badezimmer und nach dem Night-Cäpp, dem Absacker, ungestörte Nachtruhe. Das hast Du mos verdient, wenn Du die lange Teer- oder Schotterpad gefahren bist. Ob Du das verdienst hast, wenn Du Dir und Deinen Mitfahrern aber Marathonfahrten zumutest, den Tag über gebrettert bist und erst in tiefer Dunkelheit am Ziel eintriffst, vier Stunden schläfst, um dann schon weiter zu hasten, dann kommt wrachtach Zweifel auf, ob Du das noch verdienst. Bevor diese Story weitergeht, kurz anhalten. Sowahr, wer elf Stunden lang fährt, muss zugeschlossen werden, denn die Fahrt ist das Ziel. Aber einer hat mir erzählt, dass er und seine Frau elf Stunden lang auf einer Route zwischen Kapstadt und Joh´burg unterwegs waren, noch dazu als Privatiers, sprich Rentner, die mos so wenig Zeit haben. Die kehren also tief in der Nacht bei einem schmarten Hotel an der Pad ein, hauen sich vier Stunden hin und wollen dann weiter hasten. Da präsentiert der verschlafene Clerk am Schalter ihnen früh morgens eine Rechnung von 1600 SA Rand. Also gute 400 Rand pro Stunde. Der Mann wird bedonnert. Obwohl das Doppelzimmer orrait war, kann das toch net nich wahr sein, 1600 R für vier Stunden! „Das is Normaltarif“, sagt der Clerk ungerührt. „Oder WM-Tarif?“ brummt der Rentner verstimmt, ohne eine Antwort zu erwarten, besteht aber darauf, mit dem Manager zu sprechen. Der kommt und gibt sich Mühe, sachlich und höflich zu klingen, obwohl das für seine Bio-Uhr noch bleddy früh is. Da war toch was, wie „Kunde is König“. Der hört sich die Beschwerde nochall an und erklärt dann: „Wir haben ein Schwimmbad olympischer Größe, so eins wie Sie `mal in Swakopmund gehabt haben (bevor die Schildbürger das abgeschafft haben) und wir haben wüst moie Konferenzräume, so wie Sie mehrere davon in Windhoek haben.“ Gast: „Aber wir ha´m die toch nich benutzt.“ Manager: „Das is alles da und Sie hätten das nutzen können.“ Weiter informiert der Manager, dass das Hotel abends noch ein schmartes Unterhaltungsprogramm bietet, das sich mit Hollywood und St. Pauli vergleichen lasse. „Aber wir waren bei keiner Revue, Show und bei keiner Nummer“, mount der ernüchterte Gast weiter. Manager: „Das is unser Angebot. Ihr hättet es nutzen können.“ Der Manager droppt jetzt die höfliche Anrede, denn der Disput hat die zwei Seiten zwar nicht freundschaftlich, aber einander dennoch näher gebracht. Der Hotelmensch preist weitere Vorzüge an. Und stets antwortet der reisende Rentner: „Aber wir ha´m das toch nich in Anspruch genommen.“ Der Manager bleibt firm. Der Gast gibt schließlich nach und zeigt sich bereit zu zahlen. Er hat einen kühnen taktischen Einfall, den er sofort ausführt. Er lässt dabei völlig außer Acht, dass das Konsequenzen für den Hausfrieden haben kann. Für ihn kommt es jetzt nur darauf an, den Disput für sich und seine Frau zu entscheiden. Er füllt also einen Scheck aus und reicht dem Manager den Wisch. Der macht große Augen, als der den Betrag sieht: „Aber Sir, dieser Scheck gilt toch nur für 300 Rand!“ – „Stimmt“, sagt der Rentner, „ich habe schon 1300 Rand dafür berechnet, dass Sie mit meiner Frau geschlafen haben.“ Manager baff aber jetzt wüst bedonnert: „Hab ich toch gar nich!“ Rentner: „Taff Lack, die war da. Hätten Sie ja tun können.“ Von Eberhard Hofmann |
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