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Regen in Namibia

 

Vom  1.12.2011

Jeder will auf Passjona gehen




Net nich worrien, der Povian hängt beim Beifahrer an der Kette.
Einer will mitgenommen werden, der andere muss Trittbrett fahren, der dritte mogelt sich als blinder Passagier durch und der nächste wird gegen seinen Willen verschleppt. Aber alle müssen fort vom Fleck. Kommt das namibische Sommerloch, wird die gesamte brave Nation vom Trekfieber erfasst, aber so mancher macht es sich am heimischen Braai gemütlich und überlässt die Langpad dem Warzenschwein, Fernfahrer und dem Hornochsen.

Ein Otjiauto kann mos iesie noch ´n „ryloper“ mitnehmen. Der kriegt auch nich so schnell weh, wenn er runterfällt.
Klar, das is mos landesüblich, dass jetzt jedermann (nich gezählt) sondern ge- und verwarnt wird, sich bleddy-well am Steuer zu benehmen, nich zu lange in der Shebeen zu köiern und in weihnachtlicher Nächstenliebe lieb zum Nächsten zu sein. Und dann is die Festsaison vorbei und die Straßen-Opolifi und die Nothilfen und der Verkehrsunfallfonds, der um diese festliche Jahreszeit ordentlich bluten muss, die alle tischen uns dann die Zahlen auf, wieviele Urlauber, Sommerfrischler, Touris, Nordenpilger, inklusive Nachwuchs, net nich ihr Ziel erreicht haben, buchstäblich auf der Strecke geblieben sind.
Und dann kommt der Moment, da sich alle Aktivisten, die sich auf den Straßen um bessere Sicherheit und Nothilfe für jedermann kümmern, an den Kopf fassen und fragen, was die ganze Kampagne mit Werbegeschenken und zeremoniellen Auftritten denn genutzt habe.
© Leser der Gemeinen Zeitung
Kommste anders nich fort, musste eben ´nen Plan machen.
Aber langsam! Die Flinte nich gleich ins Gebüsch werfen. Wie Sonne und Mond auf- untergehen, wie Regen- und Trockenzeit kommen und gehen und das mit einem Auftritt net nich genug is, so müssen die Leute eben auch Jahr für Jahr, Saison für Saison wieder an das ABC der Straßensicherheit erinnert und möglichst an den Löffeln gezogen werden, dass´es kapieren. Taff Lack, wenn Du zu den Menschen gehörst, die das alles schon x-mal gehört und nich - wie ansonsten üblich - alles schon wieder vergessen und verdrängt haben.

Für die Oukies, Tunten, Comräds bricht die Zeit zum Vrotten und zum Prassen an, aber für das Viehzeug zu Hause kann das stief Trabbel bedeuten. Die Viecher mit Loch im Pelz oder gefiedertem Schwanz müssen sich freuen, dass´es den Hunde- und Katzenfunk im deutschen Programm der EN-Bie-ßie gibt, sonst wär´n die eben ganz verlassen. Aber check moi, so mancher nimmt seinen Povian und kleinen Mann im Ohr mit auf Passjona. Wer fragt da schon, ob das die Straßensicherheit erhöht?
Die Langpad schnelle Schlucker lockt,
der Spiehdkopp in der Senke hockt.
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