Derweil die Luft im Inland milchig wird und die Hitze zurückkehrt, haben wir stief Sports mit Parteilappies, die die Comräds partout auf Blech- und Strohdächern oder auf Ahnenbäumen flattern lassen. Außerdem haben die Räte der heimlichen Hauptstadt Tsoaxhaobmund jetzt etwas Geschichte lernen müssen. Exakte Geschichtskenntnis gehört wrachtach nicht zur Landeskultur, dafür eher Histörchen und Agitation, wenn Du auf Alt-Omupräsidente Shafiishuna Osema Nujoma oder auf Oministeli Omukwaniilwa Jerry Ekandjo hörst. Aber waxh-´n-biekie, ein Politiker is mos kein Geschichtslehrer. Das wär sowahr verwegen zu erwarten, dass er mehr von der Geschichte verstünde, als was er für seine Propaganda braucht. Der muss mos huka wüst viel wissen, aber vor allem, wie er an der Macht bleibt.
Also in Swakop hat der Stadtrat nach 18 Jahren Indeppedenz sowahr gemerkt, dass da noch deutsche Reichsfarben im Stadtwappen stecken! Jesslaik, wir haben´s schon gesagt, das hatte in keiner Weise seine Macht gefährdet, deshalb hatte er stief Zeit.
Mit dem neuen Stadtwappen von Tsoaxhaobmund können wir durchaus leben. Schwarz-Weiß-Rot mit den namibischen Nationalfarben unserer Flagge zu ersetzen, is orrait. Ebenso, dass die Welwitschia den Dreidorn verdrängt. Aber was der elende Kritzler – denn ein Heraldiker kann das mos nicht gewesen sein - da für eine dämn mickrige Welwitschia ins Wappen reingekraxelt hat! Das ist Unkraut, das wegen wenig Regen vergammelt, oder ein zerscharrter Kuhfladen, aber sowahr keine Welwitschia. Dabei bietet sich die Urpflanze mit ihren beiden unendlich gewellten Blättern ebenso als dynamisches als auch statisches, weil zeitloses, Motiv an. Aber die politisch korrekt beschränkten Designer halten einen bleddy miserablen Rekord seit 1989. Warum können das Gouvernement der Republik Namibia (Kurz GRN: Gott rette Namibia) und der spießbürgerliche Stadtrat von Tsoaxhaobmund nicht einen ordentlichen Heraldiker beauftragen?

Parteilappies, oben Swapo, Fahnen, solidarische Kragenstickerei und Wappen kommen jetzt wieder moi in die Mode. Aber das dürft Ihr wrachtach nicht dem Zufall überlassen.
Wer weiß eigentlich noch, dass unser stolzes Staatswappen mit den beiden Gemsböcken und triumphierendem Schreiseeadler oben drauf auch eine Welwitschia abbildet? Wenn Du die schon huka vergessen oder noch nie erkannt hast, kann Dir das niemand verübeln. Kein bleddy gesunder Namibier kann in dem Häufchen Sauerkraut unter dem Staatsschild und den Gemsböcken eine Welwitschia erkennen. Waxh ´n biekie, Ihr könnt noch nicht aufatmen. Die Verschandelung der Welwitschia geht noch mit nordkoreanischem Plastik-Kitsch am Gartenzaun des neuen Staatshauses auf Auasblick in Ovenduka weiter.
Und nog is het einde niet! Mit dem Wahlkampf, der bei der Südwestafrikanischen Volksorganisation, auch Swapo genannt, und bei Radopa (RDP) begonnen hat, kommt noch etwas auf uns zu. Jetzt gehören die Bäume in Ohangwena nicht mehr dem Häuptling und dem Volk, sondern jede Partei will ihren politischen Lappie da drauf hissen, um ihr Territorium abzustecken: „Meine-meine!“ Das hat den Gouverneur von Ohangwena, Seine Exzellenz Omushamane Usko Nghaamwa, derart kwai gemacht, dass er ins Otjiauto gestiegen und 100 Kilometer weit nach Osten ins Kaff Omutwe Womunhu gefahren ist, auf Staatskosten versteht sich. Aber die RDP ist ihm in Gestalt von Omushamane Festus Naholo, früher Minengewerkschafter, entgegen getreten, und hat ihm gesagt: der RDP-Lappie bleibt auf der Krone. Also wir sehen. Fortsetzung folgt.