Omupräsidente Omushamane Omukwaniilwa Hifikepunye Lucas Pohamba, der Einzigartige und Kugelsichere, hat im Mai mit den stief Feiertagen nochall 'ne roffe Zeit. Da isser auf allen Hochzeiten gefragt, angefangen beim Arbeitertag, den er in diesem Jahr in Rundu abgehalten hat, gefolgt vom Cassinga-Tag, gefolgt vom Himmelfahrtstag - miskien kann er da biekie durchatmen - und dann noch der Afrika-Tag, der stief Afrika-Gedöns verlangt, weil wir und der Kontinent eben noch viel vorhaben.
Wenn der Monat auch mit dem Arbeitertag beginnt, an dem die Werktätigen und eben die Arbeit gefeiert werden sollen - und wir gehen hier gleich auf das Thema noch weiter ein - is der Mai neben Ostern und Weihnachten im Lande der Braven mos die lekkerste Jahreszeit zum Vrotten. Jeder Feiertag lässt sich iesie zu einem verlängerten Wochenende kombinieren und ausbauen. Man gönnt sich sonst doch nichts. Noch besser isses, wenn zwischen Feiertag und Wochende noch ein normaler Arbeitstag vorhanden is, den du sommer tjop-tjop umfunktionierst, damit das Feiern und das Wochenende nahtlos ineinander übergehen.
Weil die Arbeiterbewegung im Struggle eine wichtige Lanze der Heimfront war und weil die Partei, die sich für die Größte aller Zeiten hält, damals in Kapstadt von namibischen Wanderarbeitern der Oshindonga-Zunge in einem geselligen Friseursalon gegründet wurde, versteht sich das von selbst, dass die Bindung zwischen Macht habenden Amtsträgern und den Gewerkschaften engstens gepflegt werden muss.
Das haben sie beide gemeinsam, Omupräsidente I und Omupräsidente II: sie sind das Beispiel von "Rags to riches", vom Bedding-Boy der Eisenbahn zum Präsidenten, vom Schaufelarbeiter der Tsumeb Korporäisch'n zum Staatsoberhaupt. Lob der Arbeit. Immerhin bringt es Omupräsidente II, der sich jetzt in der letzten Phase seiner zweiten Amtsperiode langsam aus dem Schatten des Gründungsvaters herausbewegt, zu einigen selbst- und systemkritischen Aussagen. Das aber nur ganz sachte, damit die viel beschworene Einheit auf der Fassade keinen Riss oder äußerlichen Kratzer zeigen möge.
Wir fragen uns nun, wo im Staatshaus oder wo in der Residenz von Omupräsidente II das Arbeiterabbild, eine Rückblende von über 50 Jahre, aufgestellt wird, das die Gewerkschaft dem Omupräsidente zu seiner Arbeitervergangenheit angefertigt und gewidmet hat.
So wie die Gewerkschafter mit dem ersten Diener (hoffentlich) des Staates seine Arbeiterherkunft gefeiert haben, so hat es ein Schreiberling aus dem Clan der Gurirabs ähnlich gemacht. In zünftig historischer, kolonialer Küchentracht von vor über 50 Jahren - woher er die bloß beschafft hat? - stand er plötzlich als Haus- und Küchenboy im Großraum der schreibenden Zunft. Bei den meisten jungen Schreiberlingen isser höchstens als Spinner aufgefallen, aber bei den älteren hat Theo Gurirab jene vorherrschende Kolonialgesellschaft aufleben lassen, die noch mit allen Äußerlichkeiten intakt war, als die Arbeiter namens Nujoma und Pohamba ins Exil gegangen sind. In vornehmen weißen Haushalten der damaligen Klassen- und Rassengesellschaft war die aus strapazierfähigem Segeltuch angefertigte Arbeitskleidung für "Küchenboys" gang und gäbe. Und die "Boys" hießen Boys, ganz egal, ob es schon gestandene Familienväter waren. !Gôahesab Theo Gurirab macht sommer Jux mit Humor, so dass man trotzdem lacht, denn seit langem ward solche Tracht nich mehr gesehen.














