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Regen in Namibia

 

Vom  4.02.2010

Fiskus wird zur Zeitmaschine

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Die neu-namibische dehnbare Zeitrechnung streift koloniale Schranken ab.
Die Zeiten haben sich von der Kolonialära zur großen Freiheit der Souveränität wrachtach wüst geändert. Das siehste schon an den kleinen Dingen des Fortschritts. Wir rechnen jetzt das zweite Jahrzehnt, dass wir auf eigenen Füßen stehen. Die Latschen beschaffen wir uns aber selten vom eigenen Schuhmacher. Die lassen wir uns am besten von den vielen Freunden beschaffen, die wir in Ost und West und Nord und Süd haben. Ja, die besten Freunde haben wir wahrscheinlich im Süden, weil wir die und weil die uns am besten verstehen.
Das größte Zeichen des Fortschritts in Jung-Namibia ist, dass unser Fiskus und Meme Saara Kuugongelwa-Amadhila über eine Zeitmaschine verfügen, die den längsten Monat des Jahres noch um vier Tage verlängern kann. Januar is sowieso ohne die vier wundersam hinzugefügten Tage sowieso der längste Monat, weil die Zeit von der Weihnachtslohntüte bis zum nächsten Payday die allerlängste Existenz- und Härtestrecke des Jahres ist. Jong, die Oukies sind dann mof und der Bankmanager will die net nich mehr sehen.
Macht nix. Der Januar geht bei Oministeli Meme Saara vier Tage später als anderswo zu Ende und hat ab 2010 nunmehr 35 Tage – oder auch mehr, denn niemand, miskien nichmal Meme Saara, kann wissen, ob in ihrem Ministerium einen Tag später nich etwa der 36. Januar 2010 abgestempelt wird. Das wär sinnvoll und moi abgerundet. Der Januar hat dann nach dem Fiskus drei Dutzend Tage, woraus sich für alle Steuerrechnungen und vor allem für säumige Steuerzahler gute Aussichten zur Stundung rückständiger Abgaben ergeben.
Da kann sich jeder mos noch mehr Konsequenzen ausrechnen, wie er die gewonnene und vom Fiskus bescherte Zeit nutzen kann, entweder zum Vermorschen wie das in den meisten Ämtern und Kanzleien mos huka gang und gäbe ist. Oder zum Vrotten, weil das kaum einen Unterschied macht. Oder zum Angeln im Avisdamm, wo sich Hundehalter, Asiaten, Strauchdiebe – hier auch Hakiebuschpöbel genannt - und ganz ordinäre Spaziergänger tummeln.
Schon das Innenministerium hat irgendwann um 1996 rum gesagt, wir sollten auf die Einführung der Trennung zwischen Sommer- und Winterzeit stolz sein, weil das kastach ein Zeichen unserer Entkolonisierung wäre. Wir sagen hier bewusst „wäre “ und net nich „sei“, versteht sich. Das Innenministerium und Meme Saara können nun auch an unseren antikolonialen Stolz appellieren, wenn sie uns die neue Zeitmaschine vorstellen, die den Januar auf 35 Tage ausdehnt, was aber noch nicht reicht, ha´m wir schon gesagt. Denn wenn schon, denn schon. Dann asseblief und arikana toch 36, damit es drei Dutzend werden.
Ebenso wie die koloniale Zeitrechnung sich von den souveränen neuen namibischen Jahreshälften unterscheidet, so ist das drakonische Bußgeld bei Missbrauch amtlicher Kuverts zu Zeiten der jugendlichen Königin Lizzy der Zweiten, oder gar noch zu Zeiten von ihrem Pa, im Vergleich zur Ära der befreiten Braven milde und sehr human geworden. Check moi hier unten. Wenn Du Ihrer Mäjestät – God save the Queen – Briefumschlag zweckentfremdet hattest, wurden Dir £50 (50 Pfund Sterling) aufgebrummt. Das war damals stief Geld und entspricht heute etwa 8000 Nam-Dollar Kaufkraft. Wenn Du aber am 35. Januar 2010 mit Meme Saaras Umschlag aus der Fiskusabteilung morschst, dann blätterst Du nur einen roten Hendrik hin, N$ 100. Das Bußgeld is soviel wie knapp drei Pfund Butter (1,5 kg) zum Normalpreis wert, und nicht zum Sonderangebot.
Wir sehen an manchen Fronten hat sich das sowahr gelohnt, unabhängig zu werden. – PS. Pardon, die Glosse fällt die nächsten zwei Wochen wegen Passjona aus.
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