Lang mir noch im Ohre lag jener Klang vom Hügel ..." Jong, unter den Redensarten, die mit Körperteilen arbeiten, nimmt das Ohr 'nen wüst wichtigen Platz ein. Mit den Ohren, Eselsohren, Plüschohren, Schlappohren kannste mos stief Sports haben, wie wir noch sehen - und hören - werden.
Unter den am häufigsten verwendeten Teilen und Organen - alle können wir hier nich nennen - angefangen beim Arsch unter der Gürtellinie, dann alphabetisch weiter mit Auge, Mund/Schnauze und eben Ohr, liegt das Auge weit vor allen anderen, möglicherweise, weil es nich nur sieht sondern die Welt ohne Zweifel ausleuchtet, Augenlicht eben, Sehkraft. Redensarten mit Auge gibt's mindestens doppelt soviel wie mit Ohr. Beim Arsch bleibt's kurz und kräftig, wie's der Herr von Goethe im Götz deutlich dokumentiert.
Es is möglich, dass Deine AZ heute mit Eselsohren geliefert wird, wenn das geduldige Papier sich wegen des Inhalts krümmt, der unerhört sein mag. Derart beliebt sind die Ohren in der Sprache, dass sie auch noch auf andere Instrumente übertragen werden, so dass der Pauker dem Schüler früher die Löffel lang gezogen hat, der Jäger den Hasen an den Löffeln gepackt hat und bei uns der Löffelhund den Hasen im "Branding" innerhalb des Tierreichs iesie ausgestochen hat.
Bei der Touristenmesse im winterlichen Ovenduka haben die Gondwana-Leute - die ham sich mos den Namen von einem Superkontinent genommen, den's huka nich mehr gibt, der andere war Laurasien - vor einer Woche Donkeyohren gefeiert, begleitet von biekie oder auch biekie mehr Dop aus der eigenen Shebeen, versteht sich. Untermalt war das mit dem dissonanten Schrei der störrischen Einhufer, der wüst weit vom Lockruf der Taube und vom Pfiff des Regenvogels entfernt is. Der Piepol hat jetzt in der Trockenzeit übrigens den Schnabel zu halten. Aber es kam noch besser. Der Spielmannszug der Gondwana-Zunft, auch Safari Boys oder Donkey-Sänger genannt, hat spielend, Saiten-zupfend und nach Takt hüpfend im Gespann den Donkeygalopp gemimt, dass den Leuten die Winterkälte vergangen is. Nama-Stap haben wir schon stief gesehen, von jüngsten Tänzern vorgeführt sowie von gestandenen Älteren fortgesetzt. Aber Donkey-Stap ham wir wrachtach noch nich erlebt. Ja, die Donkey is 'n wonderlike ding. Das Leben is sonst toch ernst genug.
Und jeder konnte sehen und hören, dass der Spielmannszug nich aus dem Caprivi-Zipfel kam, auch nich rot getönt aus dem Kaokoveld, sondern aus dem Süden, wie er schon länger wieder zum Leben erwacht is, nachdem snobistische Nordnamibier jahrzehntelang seine Dürre, Hitze, Einöde und abgehängte Verlassenheit verhöhnt haben.
Das dissonante Viech liefert nich nur Zugkraft, sondern eben auch die Eselsohren für die geknickte Ecke einer Buchseite. Unsere Machtgenossen sollten endlich 'mal ihre Ohren anlegen und bei der Belehrung die Ohren waschen und aufsperren, um realistische Selbsteinschätzung zu lernen, denn wir kriegen so die Idee, dasse keine Ohren hätten, die sie spitzen könnten. Aber lass' die Schreiberlinge vor allem denjenigen die Ohren volljammern, die noch Eierschalen hinter den Ohren haben.
Mancheiner is auch bis an die Ohren verschuldet, weil er sich hat übers Ohr hauen lassen. Oder er is bis über die Ohren verliebt. Da kannste Dir nur hinter den Ohren kratzen, weil das bleddy muilek zu versteh'n is. Und wenn die bettelnde Behörde Dir in den Ohren liegt, dass Du mehr spenden sollst, musste's genauso machen wie die selbst, wenn Du mit 'nem Anliegen kommst. Stell die Ohren auf Durchzug.
Aber check moi beizeiten, dass der Fiskus Dich nich an den Ohren packt. Da is mos wieder die lelleke Deadline im Juni.












