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Regen in Namibia

 

Vom  3.04.2009

Dickpänse im Nachsommer

© Steinbock
Mit origineller Zeichnung schickt sich der Süden-Dickpäns an, mit dem namibischen Wappentier der gleichen Gegend zu konkurrieren.
Es gibt ordinäre schwarze Dickpänse, unter denen Du als Autofahrer ab jetzt bis weit in den Juni rein je nach Gegend und Laune ein reines Blutbad anrichtest, weil die Viecher es nicht lassen können, auf die Pad zu krabbeln. Dort fallen sie gefräßig kannibalisch über ihresgleichen her, bis das nächste Otjiauto sie auch noch plattfährt und dadurch wiederum als Lockmittel für weitere Artgenossen dient, um die Kette der Todesfallen fortzusetzen.
© Steinbock
Der hübsch gezeichnete Dickpäns der Canyon-Gegend bewacht Touristen in der Nacht.
Nur schnell zur Erinnerung, Ihr onthout mos noch. Wir hatten es an dieser Stelle schon einmal erklärt. Auf Afrikaans heißt die stachelige fettleibige Heuschrecke dikpens, genau wie sie geschrieben wird. Fast ebenso wird sie auf Wellblechdeutsch ausgesprochen, aber nicht so geschrieben. Pens heißt zwar Bauch, ist aber direkt mit dem Pansen verwandt, der wiederum mit dem Wanst zu tun. hat. Es scheint als litten die Dickpänse durch reichliche Fresslust an Pansenüberfüllung wie so manch Zweibeiner, der/die entweder nichts dagegen tut oder eine teure Behandlung beansprucht, um den Bauch wieder flacher zu machen. Sommer net vraatsig. Abmagerungskurse sind aber gar nicht das Thema.
© Steinbock
Die ordinäre schwarze Panzerheuschrecke des Nordens und der Landesmitte fällt vor allem durch ihren Kannibalismus auf.
In den vielen Vergleichen, ob der Norden Namibias denn schöner sei als der Süden, ziehen lokalpatriotische Aufschneider Pflanzen, Berge und/oder Viehzeug heran, die hier oder dort par tout schöner wären. Bis vergangene Woche haben wir bei den Vergleichen noch keine Dickpänse festgestellt. Aber jetzt wissen wir´s. Dickpänse aus dem tiefen Süden sind im Vergleich mit ihren Artgenossen des Nordens, der Landesmitte und des mittleren Südens wrachtach viel moier gezeichnet. Außerdem haben wir jetzt bei einem Besuch im heißen Süden keine der hübsch gezeichneten Panzerheuschrecken als Kannibalen erlebt, wie sich ihre schwarzen Norden-Artgenossen gern gebärden. Die braun markierten Einzelgänger, die sich übrigens auch durch einen größeren Päns von der ordinären Panzerschrecke der Landesmitte unterscheiden, haben in ihrer Seelenruhe in der Canyon Village dennoch die eine oder andere Touristin kreischen lassen. Oder am heißen Abend und während der schwülen Nacht haben sie am Türpfosten gegen ungewünschte Geister schweigend Wache gehalten.
Dass es sich auch bei dem Braunen um einen echten Dickpäns handelt, erfährst Du, wenn Du ihn aufheben oder versetzen willst. Dann spritzt er seinen giftgelben Saft nicht als Parfüm, sondern als Abschrecklauge auf seinen Gegner.
Im Jahr der wogenden Gräser von Nord nach Süd treten derzeit die landesüblichen Heupferde in der Nähe des Fischfluss-Canyons gleich in Schwärmen und viel zahlreicher als die bodengebundenen Dickpänse auf, um Deine Auto-Windschutzscheibe zu bombardieren.

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