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Vom 21.01.2010 Bankkunde will´s wrachtach wissen
Das is kein Aprilscherz, aber das Interview is huka schon einmal erschienen, in unserer heutigen Amtssprache am 3. April 1957 in „Punch“. Wir haben das nur so biekie lokalisiert, weil es aktuell geblieben is.
Frage: Wozu gibt es Banken? Antwort: Um Geld zu machen. Fr: Für die Kunden? Ant: Für die Banken. Fr: Warum sagt das die Bankwerbung nicht? Ant: Das wäre schlechter Geschmack. Aber es kommt implizit im Hinweis auf die Bankreserven in Höhe von 800 Mio. N$ oder so zum Ausdruck. Das is das Geld, das sie gemacht haben. Fr: Vom Kunden? Ant: Ich denk´ so. Fr: Die nennen auch Vermögen in Höhe von fünf Milliarden N$ oder so. Haben die das Geld auch gemacht? Ant: Nich unbedingt. Das is das Geld, das sie gebrauchen, um Geld zu machen. Fr: Ach so. Die heben das irgendwo im Safe auf. Ant: Nee Jong, überhaupt nich. Die leihen das ihren Kunden aus. Fr: Dann haben sie also keins. Ant: Stimmt. Fr: Wie kann das dann aber ein Guthaben oder Vermögen sein? Ant: Die behaupten, dass es eins is, wenn sie´s zurückkriegen. Fr: Aber die müssen toch irgendwo im Safe etwas Geld haben? Ant: Ja, ungefähr 800 Mio. N$ oder so. Das sind Verbindlichkeiten (liabilities). Fr: Aber wenn sie es haben, wieso sollen sie dafür haftbar sein? Ant: Weil es ihnen gar nich gehört. Fr: Dann haben sie es also gar nich. Ant: Die Kunden haben es ihnen nur geliehen. Fr: Jong, Du sagst, die Kunden leihen den Banken Geld? Ant: In der Tat. Die zahlen Geld in ihr Konto ein. In Wirklichkeit isses der Bank geliehen. Fr: Und was machen die Banken damit? Ant: Die leihen das anderen Kunden. Fr: Aber Du hast toch gesagt, die Gelder, die sie anderen Leuten leihen, sind Guthaben? Ant: Ja. Fr: Dann sind Guthaben (assets) und Verbindlichkeiten (liabilties) mos dasselbe? Ant: Nee, so kannst Du das nich sagen. Fr: Aber Du hast das toch gerade gesagt! Wenn ich 100 Nam-Dollar, den roten Witbooi, in mein Bank-Konto steck´, is die Bank haftbar oder verpflichtet, mir den zurückzugeben. Also das is ´ne Verbindlichkeit. Aber die nehmen den und leihen ihn jemandem anders. Der is wieder verpflichtet, den zurückzugeben, also ist das ein Guthaben. Das sind toch dieselben 100 Nam-Dollar!? Ant: Ja, aber … Fr: Das Eine hebt das Andere auf. Das Eine kanselliert mos das Andere. Das heißt, dass die Banken eigentlich überhaupt kein bleddy Geld haben. Ant: Theoretisch ja … Fr: F´k die Theorie! Wenn die also kein Ovimariva haben, wo kriegen die ihre Bankreserven in Höhe von 800 Mio. Nam-Dollar oder so her? Ant: Ich hab´ Dir mos gesagt. Das is Geld, das die gemacht haben. Fr: Wie? Ant: Jong, wenn die jemandem Deine 100 Nam-Dollar oder einen roten Witbooi leihen, verlangen die Zinsen. Fr: Wieviel? Ant: Das kommt auf den Bank-Zinssatz an. Sagen wir ´mal zwölfeinhalb Prozent. Das is den ihr Profit. Q: Was heißt hier den ihr Profit!? Warum nicht meiner? Is das denn nich mein Geld? Ant: In der Praxis jobbt die Banktheorie so … Fr: Wenn ich denen 100 Nam-Dollar leihe, warum verlange ich denn keine Zinsen? Ant: Das tust Du toch! Fr: Das kann toch nich wahr sein. Wieviel? Ant: Das hängt vom Zinssatz ab. Sagen wir ´mal zweieinhalb Prozent. Die Banken räumen Deine Zinsen in der Regel aber sofort wieder mit ihren Gebühren weg, so dass Du sogar auf Deinem Sparkonto mehr Gebühren blechst, als was die Bank Dir Zinsen zahlt. Fr: Das nehmen die alles von mir? Ant: Das is aber nur, wenn Du das Geld nich abhebst. Fr: Aber natürlich werd´ ich mein Geld bleddywell wieder abheben! Wenn ich es nich wieder abheben wollte, hätte ich es ja im Garten begraben. Ant: Die wollen nich, dass Du´s wieder abhebst. Fr: Warum nich? Wenn ich es dort lasse, sagst Du, is das ´ne Verbindlichkeit. Sind die denn nich froh, wenn ich ihre Verbindlichkeit reduziere, indem ich meine letzten Kröten abhebe? Ant: Nee, denn wenn Du die abhebst, können die die niemandem mehr leihen. Fr: Aber wenn ich die Kröten wegnehme, müssen die das toch zulassen? Ant: Aber sicher! Fr.: Wenn die das aber schon einem anderen Kunden geliehen haben? Ant: Dann geben Sie Dir Ovimariva von noch einem anderen Kunden Fr.: Aber wenn der nun auch sein bleddy Geld haben will … und die haben mir das schon gegeben? Ant: Du bist jetzt sommer absichtlich muilek. Fr: Nee, ich denk, ich komm jetzt dahinter. Was passiert, wenn jeder zur gleichen Zeit sein Geld haben will? Ant: Die Theorie der Bankenpraxis besagt, dass die Kunden das nie tun werden. Fr. Die Banken verlassen sich also darauf, dass diese Verpflichtung nicht eingelöst werden muss? Ant: Voilá, Eureka, Kolskoot! Bei Dir is der Penny gedroppt! Von Eberhard Hofmann |
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